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Zwei neue Stationen für betagtes Krankenhaus

Großburgwedel Zwei neue Stationen für betagtes Krankenhaus

Trotz limitierter Restlaufzeit des Altbaus entstehen im Krankenhaus Großburgwedel neue Stationen: Als Bindeglied zwischen Intensiv- und Normal- eine Intermediate-Care-Station. Und finanzkräftige Patienten oder solche mit Zusatzversicherung können bald in einer Wahlleistungsstation mehr Komfort erwarten.

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Zentrale Überwachungsmonitoren wie auf der Intensivstation wird es auch auf der neuen Intermediate-Care-Station geben,

Quelle: Martin Lauber

Großburgwedel. Ronald Gudath ist kaufmännischer Direktor des zum Klinikum Region Hannover (KRH) gehörenden Krankenhauses an der Fuhrberger Straße. Mit Blick auf die Neubaupläne sagt er: „Wir lehnen uns nicht zurück und warten so lange ab.“ Für Genehmigung, Bau und Fertigstellung des Neubaus im früheren Park der Klinik gelten sieben bis acht Jahre als realistisch. In der Zwischenzeit aber gibt es Handlungsbedarf – fast 50 Jahre hat der Altbau auf dem Buckel.

Fahrstühle werden ersetzt

Intensivstation, OP und Notaufnahme waren nach langem Sanierungsstau zwischen 2004 und 2008 modernisiert worden. Seit drei Jahren steht eine neue Urologie auf dem Dach eines Nebentrakts. Gerade wurde eine flächendeckende Brandmeldeanlage nachgerüstet. Die Fahrstühle aus den Sechziger Jahren werden 2018 ersetzt – Betriebssicherheitsverordnung und Ersatzteilmangel lassen keinen Spielraum.

Fällig sind auch zahlreiche der alten Holzfenster – allemal die in den Stationen, die gerade ertüchtigt werden. „Wir wollen die Attraktivität für unsere Patienten verbessern“, sagt Pflegedirektorin Annelie Kadler. Intermediate Care (IMC) und Wahlleistungsangebote seien in modernen Kliniken längst gang und gäbe.

 Auch größere Menü-Auswahl

„Für alle Burgwedeler“ – also auch für jene mit gehobenen Ansprüchen – soll etwas geboten werden: So begründet der kaufmännische Direktor die laufende Umrüstung einer Normal- in eine Privatstation. Vom edleren Bodenbelag über größere Sanitäranlagen, von einer Möblierung, die entspannte Atmosphäre verströmt, über Telefon, Tageszeitungen und Illustrierte bis zur größeren Menüauswahl reichen die Annehmlichkeiten, für die es auch zusätzliches Servicepersonal geben wird. „Diese Nachfrage konnten wir bisher nicht bedienen“, erklärt Gudath. Bei ärztlichen und pflegerischen Leistungen aber werde es keinen Unterschied zu den Normalpatienten geben.

IMC: Entlastendes Bindeglied

Auch für die neue IMC-Station mit zwölf Betten werden im Krankenhaus schon Strippen gezogen. In circa zwei Monaten soll sie betriebsbereit sein. „Wir schließen damit eine Versorgungslücke“, sagt die Pflegedirektorin. Kadler zufolge ist das Klinikum Großburgwedel ein „gut ausgelastetes Haus mit hohem Bedarf an Intensivplätzen“. Nicht alle Patienten mit erhöhtem Überwachungs- und Pflegebedarf, die auf der Normalstation nicht richtig aufgehoben wären, bräuchten gleich die Intensivstation. Für sie ist der neue IMC-Bereich mit zehn bis zwölf Fachkräften, die neu eingestellt werden, gedacht.

Intermediate Care sei das „Bindeglied“, das Normal- und Intensivstation entlasten werde. Die IMC-Station soll zwar mit der gleichen Technik fürs Monitoring der Vitalfunktionen sowie mit Infusiomaten und Perfusoren ausgestattet werden, wie sie in der Intensivstation üblich sind. Gleichwohl wird das Intensivpersonal die IMC-Patienten in der Station nebenan ebenfalls auf dem (Monitor-)Schirm haben, um bei Bedarf schnell vor Ort zu sein.

Hintergrund: Ist das KRH-Klinikum Ost die Zukunft?

Genehmigen Land und Kostenträger das von der Regionsversammlung 2016 beschlossene und in diesem Frühjahr beantragte „Versorgungskonzept für den Osten der Region“? Das KRH strebt ein standort-übergreifendes medizinisches Konzept an, das es in Niedersachsen bisher so nicht gibt. Die KRH-Häuser Großburgwedel, Lehrte und Laatzen sollen zu einer Klinik mit drei Standorten verschmelzen. Zusätzlich zur Grund- und Regelversorgung samt Notfallmedizin soll jedes Haus eigene Schwerpunkte ausbilden.

Für den mit 132 Millionen Euro kalkulierten Neubau in Großburgwedel (mit 378 statt jetzt 223 Betten) käme zu Urologie sowie Gynäkologie und Geburtshilfe künftig der Schwerpunkt Herzkatheter und Schlaganfall hinzu. Lehrte würde (unter Einbeziehung der Geriatrie in Langenhagen) für 17 Millionen Euro zum Zentrum für Altersmedizin ausgebaut. Unabhängig vom laufenden Antrag finanziert ist bereits das Endoprothetikzentrum im Laatzener Agnes-Karll-Krankenhaus.

„Für solche Schwerpunkte benötigen wir eine bestimmte Mindestgröße“, erklärt Matthias Bracht, Geschäftsführer Medizin beim KRH – sowohl, was die Behandlungsqualität angeht, aber auch ökonomisch. Nach jüngsten Untersuchungen gebe es einen wachsenden Bedarf an spezialisierten Angeboten (wie den Herzkatheter) auch in der Fläche. Unbürokratischer, mit weniger Informationsverlusten und bedarfsgerechter als im geplanten Klinikverbund sei die Versorgung nicht zu gewährleisten, so Bracht.

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Fotostrecke Burgwedel: Zwei neue Stationen für betagtes Krankenhaus

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