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Südlink: Erleichterung über neue Plantrassen

Burgwedel Südlink: Erleichterung über neue Plantrassen

Im Osten und Westen vorbei an Burgwedel, Wedemark und Isernhagen führen die neuen Trassenvorschläge für die Südlink-Starkstromautobahn, die komplett als Erdkabel verlegt werden soll. Die drei Kommunen lagen bisher im Suchfenster. Erleichterung gepaart mit Skepsis – das waren am Dienstag die ersten Reaktionen.

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Die beiden neuen Trassenvarianten für den Südlink führen an Burgwedel, Isernhagen und der Wedemark vorbei. Das Bild zeigt Kunststoffrohre, durch die Strom-Erdkabel gezogen werden.

Quelle: Weihrauch

Burgwedel/Isernhagen/Wedemark. „Eine ganz, ganz gute Nachricht“ stellen die gestern von Netzbetreiber Tennet vorgestellten Alternativkorridore für Burgwedels Bürgermeister dar – aber Axel Düker hatte schon geahnt, „dass wir erstmal draußen sind“. Denn zum Informationstermin für die Gemeinden am Dienstagabend in Hildesheim hatte Tennet der Stadt signalisiert, sie müsse nicht unbedingt erscheinen.

Ähnlich lief es beim Bürgerforum Burgwedel, das keine Einladung zur BI-Info am Mittwoch in Kassel erhielt. Thomas Chlouba vollzog nach, welche Initiativen geladen wurden und rekonstruierte, wo in etwa die Plantrassen verlaufen würden. Der Engenser fährt trotzdem nach Kassel, um im Bilde zu bleiben, nach welcher Methodik die neuen Korridore ausgewählt wurden. „Es braucht ja nur eine Gemeinde einen pfiffigen Rechtsanwalt einzuschalten, und schon fangen wir von vorne an.“

„Ich bin sehr beruhigt“, sagte der Bürgermeister der Gemeinde Wedemark , Helge Zychlinski. Schon die Entscheidung für Erdkabel sei ein richtiger Schritt gewesen, und eine Trasse in Autobahnnähe hätte die Gemeinde auch erträglich gefunden. „Gleichwohl werden wir alle Informationsveranstaltungen besuchen, um sicher zu sein, dass nicht noch mal was durch die Hintertür kommt.“ So war die Wedemark wie Isernhagen und Burgwedel, die diese vorsichtige Haltung teilen, bei der Tennet-Veranstaltung vertreten. Bei der ersten Planung, als es noch um eine Trasse über den Brelinger Berg ging, sei man viel zu spät informiert worden, so Zychlinski.

Für die Bürgerinitiative Brelinger Berg sagte Sprecher Georg Pfeiffer: „Es ist toll, dass der Brelinger Berg nicht betroffen sein wird. Allerdings ist auch andernorts ein Erdkabel ein massiver Eingriff. Wir haben zwar gegen die Trasse durch die Wedemark gekämpft, aber nicht nach dem St.-Florian-Prinzip“, betonte er.

Im Bereich Stelle wäre nach früheren Plänen die Gemeinde Isernhagen betroffen gewesen. Bauamtsleiterin Heike Uphoff begrüßte die neuen Varianten – aber diese gingen zulasten anderer Kommunen. Die Gemeinde werde eng dran bleiben am Thema Südlink. „Wir haben im bisherigen Verfahren schon viel erlebt.“

Siegfried Lemke vom Umwelschutzverein ist nicht wirklich versöhnt. Egal, wo es verlegt werde, seien auch Erdkabel „kontraproduktiv für eine echte Energiewende“. Sein Verein setze auf Speicherlösungen. Umgekehrt sieht es Jochen Schrader von der Bürgerinitiative „Stromtrasse Isernhagen“ vor Ort. Er sieht es als Riesenerfolg der BIs, eine Hochspannungsleitung verhindert zu haben. Jetzt gelte es sicherzustellen, dass wirklich Erdkabel verlegt würden.

Von Martin Lauber und Roman Rose

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