Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Sportstiftung: Geldquelle sprudelt nicht mehr

Burgwedel Sportstiftung: Geldquelle sprudelt nicht mehr

Im tiefsten Zinstief muss die Stadt Burgwedel die zwei Millionen Euro aus ihrer Sportstiftung neu anlegen. Die Sportvereine müssen sich darauf einstellen, dass nach zwölf Jahren diese Geldquelle erst einmal aufhören wird zu sprudeln.

Voriger Artikel
Johannistag ist nur eine Richtlinie
Nächster Artikel
Willkommen im Leben!

Das Gros der Zuschüsse der Sportstiftung wird für  die Förderung von Kinder- und Jugendsport der Vereine und mithin auch für die Kosten der Übungsleiter aufgewandt.

Quelle: Archiv

Burgwedel. Hannes Schönhoff und Karsten Hoppenstedt hatten die Sportstiftung im Herbst 2004 aus der Taufe gehoben. Zwei Millionen Euro aus der Rücklage der Kommune bilden bis heute ihren Kapitalstock. Mit den Zinserträgen (anfangs 55 000 Euro pro Jahr), so die Idee des legendären Stadtddirektor-Bürgermeister-Gespanns, sollte die Sportförderung der Stadt unabhängig gemacht werden von potenziellen Haushaltsrisiken.

Verteilt wird das Stiftungsgeld an die Sportvereine seit 2006 – und zwar nach Kriterien, die auch schon gültig waren, als die Zuschüsse noch aus der Stadtkasse kamen: Die Unterhaltung eigener Sportstätten, Jugendübungsleiter sowie minderjährige Vereinsmitglieder punkten. Das Geld sprudelte zuletzt üppiger als erwartet – bei einem Zinssatz von 4,25 Prozent mit 85 000 Euro pro Jahr.

Doch dank der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank sind die Zeiten der satten Erlöse jetzt vorbei. In den kommenden Wochen müssen die Stiftungsmillionen neu angelegt werden – nach dem einmütigen Willen von Kuratorium und Vorstand der Stiftung, aber auch des Rates "konservativ", sprich: ohne Risiko. Den Kapitalstock zu erhalten sei oberstes Ziel, erklärt Axel Düker, der als Bürgermeister satzungsgemäß Stiftungsvorstand ist. Die Zielmarge bei den laufenden Verhandlungen mit verschiedenen Geldinstituten umreißt der für den Sport zuständige Hauptamtsleiter Götz-Gero Moeller so: "0,5 Prozent, wenn es gut läuft."

Die Verantwortlichen der Stiftung hatten die Entwicklung kommen sehen – und vorgesorgt, um den Absturz abzufedern. Seit 2012 ist vom Erlös ein Teil zurückgehalten worden – circa 20 000 Euro jährlich. So wird die Stiftung auch 2017 Geld zu verteilen haben. Werden die Zuschüsse dann noch mehr gestreckt oder springt die Stadt mit Haushaltsmitteln ein? "Die Diskussion darüber wird wie bisher fair und verantwortungsvoll geführt werden", ist Kuratoriumsvorsitzender Rainer Fredermann zuversichtlich. Von Hause aus Bänker, glaubt der Landtagsabgeordnete zugleich, "dass das Zinsniveau irgendwann wieder nach oben geht".

Düker erinnert daran, dass sich in Burgwedel die Sportförderung nicht auf die Zuschüsse der Stiftung beschränkt: Mit zehn Prozent der Kosten fördere die Stadt alle Investitionen der Sportvereine. Und diese könnten alle städtischen Sportstätten kostenlos nutzen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6slqn371eautd2w7l5i
Zurück aus der Hölle des Flüchtlingslagers

Fotostrecke Burgwedel: Zurück aus der Hölle des Flüchtlingslagers