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Von Bienen über das Leben lernen

Burgwedel Von Bienen über das Leben lernen

Roland Elsas hat am Wochenende viel über die fleißigen Honigerzeuger gelernt. Den praktischen Teil des Imker-Grundkurses absolvierte er auf der Bienenwiese des Imkervereins Burgwedel-Isernhagen - und hat dabei seine Kindheitsangst vor Stichen fast überwunden.

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Roland Elsas aus Göttingen (links) wird von Imker Horst-Wilhelm Schäfer im Umgang mit Bienen unterwiesen.

Quelle: Oehlschläger

Burgwedel. Zwei Theorietage hat Elsas bereits hinter sich, bevor es in Großburgwedel um den praktischen Umgang mit Bienen geht. Gecoacht wird der 33-Jährige von Horst-Wilhelm Schäfer, dem Vorsitzenden des Imkervereins Burgwedel-Isernhagen. Was den Imker-Eleven reizt am Thema Bienenzucht und Honigerzeugung? "Ich interessiere mich generell für Sachen, bei denen man etwas über das Leben versteht." Diese Neugierde gehe in der Gesellschaft immer mehr verloren. Und: Die Schulung sei auch ein Kampf gegen seine Kindheitsangst vor Bienenstichen, bekennt er.

Das Beispiel seines Lehrers ist da natürlich ermutigend. Von Angst vor den Stacheln der Bienen keine Spur. Während Elsas' Hände in  Handschuhen stecken und sein Kopf von einer voluminösen Haube geschützt wird, greift Imker Schäfer mit bloßer Hand in die Zuchtkästen und schüttelt die Honigerzeuger von den mit Waben gefüllten Holzrahmen. Zwei oder dreimal am Tag werde er gestochen, erzählt der Bienenzüchter. Wenn seine zehnjährige Tochter ihn abends frage, an welcher Stelle, könne er sich meist nicht einmal mehr daran erinnern. "Bienenstiche sind generell ungefährlich", sagt Schäfer - es sei dann man sei allergisch, dann könne ein anaphylaktischer Schock folgen.

Elsas hat noch nicht entschieden, ob er Hobby-Imker werden will. Aber für diesen Fall sind Schäfers Tipps wertvoll. Beispielsweise, wie er seinen eigenen Schwarm züchten könnte. Isoliere man im Mai einen Teil eines Bienenvolks und siedle ihn - ohne die Königin - in einen unbenutzen Zuchtkasten um, könne sich bis September ein neuer Schwarm inklusive Bienenkönigin entwickeln, erklärt Schäfer. Denn ohne die Pheromone, die von einer gesunden Königin ausgehen, mache sich  der Bienenschwarm automatisch an die Arbeit, eine neue Anführerin in einer speziellen Weiselzelle zu entwickeln. Dieses neue Königstier bekommt dann vom Imker eine farbliche Markierung, damit er es schnell finden kann. Fünf Farben benutzt Schäfer, damit auch das Geburtsjahr erkennbar ist -  so alt werden Bienen.

Manchmal sei das Leben einer Bienenkönigin aber auch schneller vorbei - beispielsweise durch die bedrohliche Varroamilbe. Oder sie wird von ihrer Schwester getötet: "Mit der Geschwisterliebe haben es die Bienen nicht so", erklärt Schäfer. Manchmal klappt es aber auch mit dem Familiensinn: Bekomme die Königin, wenn sie zu alt für die Pheromon-Produktion ist, eine Tochter, dann verstünden sich die beiden gut. Jede weitere Anwärterin auf die Thronfolge werde dann von der Prinzessin aber vernichtet.

Auch diese Erkenntnis nimmt Elsas, der von den Bienen etwas  lernen will, aus der Schulung mit ins Leben. Der Tag endet am  Lehrbienenstand am Altenzentrum Eichenpark in Langenhagen, wo sich der 33-Jährige am Nachmittag mit mehr als 50 Nachwuchs-Imkern aus dem Bereich des gesamten Kreisimkervereins über das Gelernte austauschen kann.

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Ein grünes Krönchen für die Königin: Die größte Biene im Volk wird von Imker Horst-Wilhelm Schäfer farblich markiert. Dadurch ist sie leichter aufzuspüren.

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Quelle: Oehlschläger

Von Nils Oehlschläger

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