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Immer wieder ohne Führerschein erwischt

Burgwedel Immer wieder ohne Führerschein erwischt

Wer immer wieder ohne Fahrerlaubnis am Steuer erwischt wird, der muss irgendwann mit einer Freiheitsstrafe rechnen. Einen 24-Jährigen hat das Amtsgericht Burgwedel daher jetzt zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt. Eine letzte Chance für den jungen Mann, wie der Richter betonte.

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"Beim nächsten Mal öffnet sich die Tür der JVA": Ein wohl letztes Mal kam der 24-Jährige aus der Wedemark noch mit einer Bewährungsstrafe davon.

Quelle: Symbolbild

Burgwedel/Wedemark. Dreist? Unbelehrbar? Hartnäckig? Wie sie das Verhalten des 24-jährigen Wedemärkers einschätzen sollten, da waren sich Amtsrichter Michael Siebrecht und der Staatsanwalt nicht ganz einig. Innerhalb von zwei Jahren war der Mann dreimal wegen Fahrens ohne Führerschein verurteilt worden. Die Geldstrafen hinderten ihn aber nicht daran, sich im Herbst weitere drei Male ans Steuer zu setzen – einmal sogar unter Drogeneinfluss.

Aus Sicht des 24-Jährigen waren die Tatvorwürfe vor allem eines: eine unglückliche Verkettung von Umständen. Zwar hat er keinen Führerschein mehr, dafür aber eine Hobby-Werkstatt, in der er gern an Autos bastelt. „Das Auto meiner Freundin war kaputt, und ich habe ihr ein tolles Modell für nur einen Euro besorgt“, berichtete der Angeklagte stolz im Gerichtssaal. Als seine Freundin sich am Abend dann aber überraschend nicht über das Geschenk freute und es zum Streit kam, habe er entschieden, sich mit Ecstasy dem ihm so verwehrten Spaß zu verschaffen. „Das nächste, woran ich mich erinnern kann, ist, dass ich in dem Auto sitze und gegen einen Baum fahre.“ Was er auf der Landesstraße zwischen Mellendorf und Brelingen gewollt habe, wisse er nicht – blutend sei er kilometerweit nach Hause gelaufen. Dort fand ihn die Polizei.

Mit dieser machte er wenige Wochen später erneut Bekanntschaft – und das zweimal an einem Tag. „Da ist alles schief gelaufen“, erklärte der Verkehrssünder. Dringend habe er etwas erledigen müssen, aber kein Geld für den Bus gehabt, „und dann habe ich mich dummerweise auf den Roller gesetzt, den mir ein Freund zur Reparatur vorbeigebracht hatte.“ Prompt erwischte ihn die Polizei – und verordnete dem 24-Jährigen einen Spaziergang nach Hause. „Dabei habe ich mich im Wald verlaufen und mein Handyguthaben war leer“, schilderte der Angeklagte. „Denkbar dumm, dass ich mich statt zu schieben, nach einer Stunde doch wieder auf den Roller gesetzt habe.“ Zumal er damit den gleichen Polizisten ein zweites Mal in die Arme fuhr.

„Wir reden hier nicht mehr über eine Geldstrafe“, betonte Siebrecht nach der Befragung. „Deutlicher kann man nicht zum Ausdruck bringen, dass man das Gesetz nicht ernst nimmt.“ Die acht Monate auf Bewährung samt 150 Sozialstunden und einer Führerscheinsperre von einem Jahr seien als letzte Chance zu verstehen. „Sehen wir uns wieder, öffnet sich definitiv die Tür der JVA.“ Den Tipp des Staatsanwaltes, doch bei der offenbar großen Versuchung das Schrauben aufzugeben, nahm der Angeklagte an: „Vielleicht sollte mein neues Hobby werden, mein Leben mal in den Griff zu bekommen.“ Widerspruch blieb aus.

Von Carina Bahl

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