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Burgwedel

In Großburgwedel werden die Wulffs belagert

Von Sonja Fröhlich

Familie Wulff ist wieder zu Hause: Am Freitagabend kehrte der zurückgetretene Bundespräsident mit seiner Familie nach Großburgwedel zurück. Neben dem Medienrummel gab es auch eine kleine Überraschung für die Wulffs.
Medienrummel in Großburgwedel: Familie Wulff ist wieder nach Hause zurückgekehrt.

Medienrummel in Großburgwedel: Familie Wulff ist wieder nach Hause zurückgekehrt.

© Dieter Siedersleben

Großburgwedel. Aus Göttingen kommt ein Paar mit seinem Sportwagen. „Wir wollen nach Laatzen ins Flugzeugmuseum. Da dachten wir, gucken wir doch gleich mal bei Wulff vorbei – mal sehen, was hier so los ist“, erklärt der kräftige Mitvierziger. Enttäuscht blickt er sich um – nichts ist los. „Na dann mache ich mal ein Foto vom Haus. Ob ich klingeln kann?“, fragt er ernsthaft.

Zahlreiche Schaulustige haben am Wochenende einen Blick auf das Haus der Wulffs am Lührshof geworfen. Auf jenes Haus, mit dessen umstrittener Finanzierung die Affäre Wulff begann – und in das die Wulffs am Freitagabend wieder zurückgekehrt sind, nachdem Christian Wulff in Berlin seinen Rücktritt vom Präsidentenamt erklärt hatte.

Was wollen all die Leute hier? Manche spazieren wie zufällig durch die kleine Stichstraße und wieder zurück. Andere fahren mit ihren Autos vor, halten vor dem Haus, machen ein Foto und drehen um. Auffällig viele teure Wagen sind darunter. Ein kleiner Pulk von Fotografen steht in diskreter Entfernung vom Haus, einige haben sogar die Nacht im Auto verbracht und warten, dass etwas passiert. Aber was? 

Die Staatsanwaltschaft schickt niemanden, um Akten oder Computer zu beschlagnahmen. Es kommt auch kein Möbelwagen, der noch Dinge aus Berlin liefert. Es ist eine überwiegend freundlich gemeinte Belagerung. Mal reicht eine Frau Blumen über den Zaun, ein Polizeibeamter bringt den Strauß zur Tür. Schon am Vortag hatten Nachbarn ringsum betont, die Wulffs seien hier wieder herzlich willkommen.

Am Sonntag gegen 11.30 Uhr verlässt Bettina Wulff mit ihrem kleinen Sohn das Haus. Als beide an den Fotografen vorbeifahren, lächelt sie souverän. Sowieso haben sich die Wulffs nicht komplett verschanzt, vor den Fenstern ist nur ein halber Lichtschutz heruntergelassen. Abgesehen von dem eher unscheinbaren Anwesen ist bei den Zaungästen ein Fotomotiv besonders gefragt: „Nothing can stop you“ steht auf einem Schild über einem Basketballkorb an der Hausfassade, nichts kann dich stoppen. Ein Witz macht unter den Beobachtern die Runde: „Wenn hier jetzt jeder einen Euro bezahlt, der kommt und guckt, müsste der Kredit für das Haus schon abbezahlt sein.“

Unterdessen fährt die Polizei regelmäßig Streife vor dem Haus oder platziert für einige Zeit einen Wagen in Sichtweite. Einschreiten oder gar Platzverweise erteilen muss sie aber nicht. Auch das Paar aus Göttingen hatte sich entschlossen, doch nicht bei den Wulffs zu klingeln.

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