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Feuerwehr: "Es kommt immer schlimmer"

Burgwedel Feuerwehr: "Es kommt immer schlimmer"

In Kleinburgwedel haben die Regenmassen, die am Donnerstag binnen einer Stunde fielen, alle bisherigen Unwetter des Jahres getoppt. Am Springhorstsee schlug eine Windhose eine Schneise in den Wald.

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Zwischen Kläranlage und dem Campingplatz am Springhorstsee hat der Sturm Bäume gefällt. Markus Fortmüller macht den Weg frei für seine Mitarbeiter, die den Baum zerlegen und beseitigen.

Quelle: Martin Lauber

Kleinburgwedel. Man muss wohl Landwirt sein wie Kleinburgwedels stellvertretender Ortsbrandmeister, um auf den ersten Blick zu erkennen, was mit dem Rapsfeld neben der Würmseekreuzung los ist. Fast alle Schoten sind weiß. "Der Hagel hat sie aufplatzen lassen", erklärt Florian Leisenberg am Freitagvormittag. Er schätzt den Ertragsausfall auf 50 bis 60 Prozent, während aus der Ferne zwischen Kläranlage und Springhorstsee die Sägen kreischen. Gut zehn Birken und alte Eichen müssen zerlegt werden, ein Baum liegt sogar noch quer über die Straße. Markus Fortmüller spricht von einer Windhose, die auf einer schmalen Schneise gewütet habe.

Raps und umgestürzte Bäume - beides hat die selbe Ursache: Während in Isernhagen kein Tropfen vom Himmel fiel und es in der Wedemark zwar zum Teil wie in Mellendorf heftig schüttete, tobte sich nur über Klein- und Großburgwedel am Donnerstag zwischen 17 und 19 Uhr ein Sommer-Unwetter heftig aus. 60 Liter Regen je Quadratmeter (im ganzen Juni waren es 70) führten dazu, dass auf der Wallstraße in Kleinburgwedel im Bereich der Bahnunterführung nichts mehr ging und die Polizei die Straße sperren musste. Sage und schreibe elf Fahrer, die das tiefe Wasser mit dem Auto durchqueren wollten, bevor die Feuerwehr die Pumpen angeworfen hatte, verloren dabei die vorderen Kennzeichen, die sie am Freitag auf der Polizeiwache abholen durften.

Rund 20 Einsätze wegen voll gelaufener Keller und Garagen - 15 davon allein in Kleinburgwedel - fuhren die Feuerwehren von Groß- und Kleinburgwedel, unterstützt von Einsatzkräften aus Wettmar und Fuhrberg. Den Einsatz leitete von Großburgwedel aus Stadtbrandmeister Ingo Motl. "Es kommt immer schlimmer", so bewertet Florian Leisenberg die Wetterkapriolen. Schon zum dritten Mal in diesem Jahr wurde landunter gemeldet - schon Anfang und Ende Juni musste Wasser aus Dutzenden Kellern gepumpt werden. In Kleinburgwedel hatte es jedes Mal besonders den Bereich Alte Schule und Heidbergstraße getroffen. "Da liefen teilweise noch die Trockungsgeräte vom letzten Mal", berichtet Leisenberg. "Diesmal war es aber noch massiver", sagt Ortsbrandmeister Walter Sonnefeld.

Kein Wunder, dass im Rathaus am Freitag das Telefon nicht still stand. Das städtische Kanalnetz sei auf solche außergewöhnlichen Niederschläge, wie sie nach Aussage Ortsansässiger seit 50 Jahren nicht mehr niedergegangen sind, nicht ausgelegt, erklärt Bauamtsleiter Oliver Götze. Auch die Straßenabläufe könnten solche Regenmassen nicht bewältigen. Gleichwohl war das Bauamt am Freitagvormittag bei Betroffenen vor Ort, um für das nächste Mal besser gewappnet zu sein  - etwa durch erhöhte Zufahrten oder die Anhebung von Gehwegen.

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