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600 Schäden im Kanalnetz gefunden

Burgwedel 600 Schäden im Kanalnetz gefunden

Durschnittlich alle 23 Meter findet sich im Kleinburgwedeler Kanalnetz ein Schaden: Das hat die Überprüfung eines Ingenieurbüros ergeben. Gut 1,5 Millionen Euro müsste die Stadt investieren, um alle 600 Problemstellen zu sanieren.

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Für 1,5 Millionen Euro könnten alle Schäden im Kleinburgwedeler Kanalnetz behoben werden.

Quelle: Symbolbild

Kleinburgwedel. Dieses Jahr stand in Kleinburgwedel schon zwei Mal nach starkem Regen das Wasser hoch auf den Straßen – teils hatte sich sogar Schmutzwasser den Weg durchs Dorf gebahnt. Sehr zum Ärger der Bürger, was im Ortsrat für jede Menge Diskussionen gesorgt hatte. „Für so ein Ereignis ist kein Kanalnetz ausgelegt“, erklärte Andreas Kraft jetzt im Tiefbauausschuss. Der Ingenieur hat im Auftrag der Stadt das komplette Schmutzwasserkanalnetz begutachtet. „Wenn man solche Fälle einplanen würde, müsste man riesige Rohre verlegen. Das hätte keinen Sinn.“ Generell werde die Kapazität des Schmutzwasserkanals so kalkuliert, dass er neben einer Basisbelastung von 132 Litern Abwasser pro Kleinburgwedeler und Tag zusätzlich mit der selben Menge Fremdwasser (wie Regen) fertig werden muss.

Das Ergebnis der Überpüfung stellte Kraft mit seiner Kollegin Gina Heinrichsen am Dienstagabend dem Tiefbauausschuss im Amtshof vor. Gut 13,5 Kilometer Schmutzwasserkanäle sind in Kleinburgwedel vergraben – 3,5 Kilometer davon müssten dringend saniert werden. 287 Schächte hat das Ingenieurbüro unter die Lupe genommen – bei 97 von ihnen gibt es derart gravierende Schäden, dass die Stadt schnell in eine Detailplanung für die Reparatur einsteigen sollte, so lautete die Empfehlung der Experten. Die alten Asbestzementrohre, die sich in Kleinburgwedel noch zuhauf finden, sind in die Jahre gekommen: Innenkorrosion, Risse, kaputte Dichtungen und Wurzeleinwüchse haben die Kamerafahrten durch die Kanäle zum Vorschein gebracht.

Die gute Nachricht: Fast alle Sanierungsarbeiten könnten in geschlossener Bauweise per Rohrroboter oder Inlinerverfahren erfolgen. Nur am Brombeerkamp müsse wohl die Straße komplett aufgemacht werden. „Kleinburgwedel hat aber das beste Netz, das wir für Sie bisher geprüft haben“, erklärte Kraft – in Fuhrberg und in Wettmar seien die Schäden deutlich schlimmer gewesen. 1,5 Millionen Euro würde die Beseitigung sämtlicher Schäden kosten – knapp 400 000 Euro entfallen dabei allerdings auf weniger gravierende Schwachstellen, die laut Ingenieur-Bericht noch zehn Jahre so bleiben könnten.

Ein Problem, um das sich die Stadt jetzt aber vordringlich kümmern soll, sind die „Fehleinleiter“: 20 Dächer werden laut Gutachten unerlaubt ins Kleinburgwedeler Kanalnetz entwässert – „wenn diese abgeklemmt würden, gäbe es kein hydraulisches Problem mehr“, betonte Heinrichsen. Die Grundstückseigentümer müssten sowieso mit ins Boot geholt werden. „Viele alte Häuser haben auch keine ausreichende Rückstausicherung.“

Haushalt 2017

Der Plan für die Unterhaltung, Instandsetzung und Erneuerung von Straßen in Burgwedel für das nächste Jahr steht: 90 000 Euro sollen im Haushalt eingestellt werden, um die Bäume entlang der Straßen und Wege verkehrssicher zu halten – für knapp 300 000 Euro ist zudem geplant, um den Horn- und Jägerweg von Kleinburgwedel bis nach Großburgwedel neu zu asphaltieren. Weitere 300 000 Euro hat das Tiefbauamt ausgerechnet, werden fällig, um Straßen zu reparieren, Schlaglöcher zu stopfen und Wurzelschäden zu beheben. Für die Kompletterneuerung des Pappelwegs in Großburgwedel stehen zudem 406 000 Euro im Haushaltsplan – „ob wir diese Maßnahme allerdings 2017 schon anfassen, steht noch nicht fest“, betonte Alexej Wyshimok im Tiefbauausschuss.

Von Carina Bahl

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