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Inklusion ist Alltagsaufgabe

Burgwedel Inklusion ist Alltagsaufgabe

Heilpädagogen in jedem Kita-Team und Video-Aufzeichnungen für die Reflexion über die Interaktion zwischen Kindern und Erziehern: Sind das pädagogische Blütenträume? Bei der „11. Fachtagung der Burgwedeler Kindertagesstätten" warb ein Experte dafür.

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Klaus Kokemoor leitet die Koordinations- und Beratungsstelle zum Thema Inklusion der Landeshauptstadt Hannover.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Als ob Burgwedels kommunale Kita-Agenda für 2016 nicht schon anspruchsvoll genug wäre: Über höhere Verfügungszeiten für die Drittkräfte in jeder Gruppe und die Arbeitsbedingungen in den Kitas soll beraten, in Arbeitsgruppen die Lärmproblematik angefasst werden und das Thema des älter werdenden Personals nicht ausgespart bleiben. Verwaltung und Politik wüssten um die hohen Anforderungen, versicherten Erste Stadträtin Christiane Concilio wie auch Bürgermeister Axel Düker bei der Begrüßung zur „11. Fachtagung der Burgwedeler Kindertagesstätten“. Dieses Plenum gilt nur in zweiter Linie der Standortbestimmung - vordringlich geht es um fachlichen Input, für den die Stadt es sich alljährlich gönnt, ein Dutzend Referenten für einen ganzen Tag zu engagieren.

Klaus Kokemoor war der spannende einstündige und mit Videobeispielen unterlegte Einführungsvortrag vorbehalten. Der Mann ist seit 30 Jahren in Kindergärten unterwegs und aktuell für die Fachberatung der rund 450 Tagesstätten der Landeshauptstadt zuständig. Für das Thema seines Referats gibt es in Niedersachsen noch keine Rahmenrichtlinien: Inklusion. Diese sei in Wirklichkeit nichts Neues, wenn man sie nicht allein auf Kinder mit festgestellten Behinderungen beschränke. Kokemoor geht es darum, dass die Erzieher der Unterschiedlichkeit und Vielfalt aller Kinder individuell pädagogisch begegnen - ob Jungen, die über Tische und Bänke gehen oder Flüchtlingskinder mit Sprachdefiziten, Blinde oder ganz Stille. Inklusion ist also mitnichten ein Thema nur für die drei Burgwedeler Kitas mit Integrationsgruppen.

Inklusion sei auch eine Frage der persönlichen Haltung, erklärte Kokemoor. Zeit für die Beobachtung gehöre dazu, dem Kind müsse Raum gegeben und es müsse positiv unterstützt werden, selbst etwas auszuprobieren. Studientage wie diese seien geeignet, die Perspektive zu verändern.

Im Alltag als hilfreich erweist sich nach Kokemoors Erfahrungen eine erprobte Methode, bei der alltägliche Situationen zwischen Erziehenden und Kind per Video aufgezeichnet und anschließend Stärken der Handelnden identifiziert werden. Das helfe, Erziehungsprobleme aktiv zu beseitigen. Das Knowhow könne sich jeder Kindergartenträger durch Fortbildungen aneignen.

Fachtagung für 160 Kita-Kräfte

In den Tagesstätten der Kommune und der freien Träger betreuen sie rund 1000 Kinder, die am Donnerstag allerdings alle Kita-frei hatten. Denn die 160 in Burgwedel tätigen Erzieherinnen und Erzieher haben sich ausnahmsweise einmal theoretisch den „Herausforderungen des Kita-Alltags“ gestellt. Unter diesem Motto hatte die Stadt Burgwedel das Personal aller Kindergärten, Krippen und Horte zur 11. Auflage der einmal jährlichen „Fachtagung“ ins Schulzentrum eingeladen. Nach einem Einführungsvortrag über Inklusion ging es in zehn Workshops um Themen wie Burnout bei Kindern wie bei Erziehern, um Nahrungsunverträglichkeiten und Allergien, um psychomotorisch orientierte Bewegungsangebote oder Zeit- und Selbstmanagement im Kita-Alltag. Für die inhaltliche Ausgestaltung zeichnet seit drei Jahren Tanja Marquardt vom Familien- und Kinderservicebüro verantwortlich.

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