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Integration mit spitzer Nadel

Großburgwedel Integration mit spitzer Nadel

Der neu eröffnete Treffpunkt Interkulturelles Miteinander (IKM) in der Fußgängerzone ist ab sofort auch Arbeitsplatz für Burgwedelerinnen mit Migrationshintergrund. Das Jobcenter hat sechs Ein-Euro-Jobs genehmigt. Im Nähen werden die Frauen von Ehrenamtlichen gecoacht. Willkommen ist in der Nähstube aber jeder.

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Hier entstehen Lavendel-Duftkissen: Vida Fertig (rechts) macht als Ehrenamtliche, Gülsüme Kar als Ein-Euro-Jobberin in der Nähstube mit. 

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Sie leben seit Jahren in Großburgwedel, haben sich über das Interkulturelle Frauenfrühstück aus der häuslichen Isolation schon ein Stück weit in die Stadtgesellschaft eingeklinkt. Jetzt bietet das Jobcenter Region Hannover sechs Einwanderinnen die Möglichkeit, vormittags einer mit 1,30 Euro pro Stunde bezahlten Arbeit nachzugehen, dabei Nähen zu lernen und ihre Deutschkenntnisse zu vertiefen.

Als „Stabilisierung der Integration“ bezeichnet denn auch Jobcenter-Teamleiterin Claudia Sommer die zunächst auf ein Jahr befristeten Arbeitsgelegenheiten (AGH). In Burgwedel sind es die ersten, die das Jobcenter seit 2012 genehmigt hat. Voraussetzung ist, dass die Arbeit gemeinnützig ist und niemandem Konkurrenz macht. So entstehen Kinderdecken für Neubürger und Flüchtlingsfamilien oder Kostüme für Kindertheateraufführungen.

Die Idee zu den Ein-Euro-Jobs in der Nähstube hatte IKM-Initiatorin Regina Gresbrand und fand bei Sommer ein offenes Ohr. Auch der Diakonieverband Hannover-Land ist mit im Boot: Diakon Holger Hornbostel ist für die Sozialberatung der Teilnehmerinnen zuständig - bis hin zur Unterstützung bei Bewerbungen. Alles steht und fällt jedoch mit den Ehrenamtlichen - und deren Engagement ist so groß, dass eine 1:1-Betreuung möglich ist. Ausgestattet haben die Nähstube großzügige Burgwedeler - mit Nähmaschinen, Stoffen und Wolle en gros.

Auf Anhieb volles Haus

Schneller als vom Trägerverein Kunst und Migration erwartet, füllt sich der Treff an der Von-Alten-Straße. An allen Werktagen steht der gemütliche Raum auch während des Nähtreffs von 9 bis 12 Uhr offen. „Jeder kann eigene Ideen einbringen“, sagt Regina Gresbrand. Auch die Nachmittage sind ausgebucht: Montags ist von 14 bis 17 Uhr offene Tee- und Kaffeestube, Sprachunterricht gibt es von Dienstag bis Donnerstag für Flüchtlingskinder, die am Mittwoch und Donnerstag auch in der Holzwerkstatt und freitags im Kindertheater willkommen sind. In Kürze beginnt eine Länderabend-Reihe. An der „Automeile“ am kommenden Sonnabend beteiligt sich der IKM-Treff mit einem Seifenkistenrennen (11 bis 12 Uhr Anmalen, 15 Uhr Wettrennen), Häppchen-Tellern zur Mittagszeit und Kuchenbüffet am Nachmittag.

Starthilfe für Flüchtlingschor

"Welcome“ heißt ein Song aus dem Musical Cabaret. Und zu einem Konzert, dessen Erlös der Flüchtlingsarbeit zugute kommen soll, passt auch die Arie „Ich lade gern mir Gäste ein“ aus der Johann-Strauss-Operette „Die Fledermaus“. Die Titel sind nicht zufällig im Programm eines Benefizkonzertes, das ansonsten den Bogen von Purcell bis Piazolla spannt und am Sonntag, 18. Oktober, um 11.30 Uhr im Amtshof Großburgwedel beginnt. Anstelle von Eintrittsgeld bittet der Freundeskreis Burgwedeler Gartenkonzerte um Spenden, die zu gleichen Teilen der Flüchtlingshilfe der Stadt überlassen werden sollen und dem Verein Kunst und Migration, der Träger des neuen interkulturellen Treffs an der Von-Atlen-Straße ist – zweckgebunden für den Aufbau eines Flüchtlingschores. „Dieser wäre viel mehr als nur Zeitvertreib“, sagt Annette Langehein, Erfinderin der Gartenkonzerte. „Musik bringt die Menschen einander näher.“ So sehen es auch die Musiker vom Ensemble Plaisir d’amOhr und der Niedersächsischen Staatsoper, die ohne Gage im Amtshof gastieren werden. Es sind Sylvia Bleimund (Sopran), Sabine Kaufmann (Querflöte), Cornelia Mutzenbecher (Englischhorn), Birte Päplow (Violine), Asmus Krause (Violine), Annette Langehein (Viola) und Christina Worthmann (Klavier). Moderator ist Hartwig Meynecke. 

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