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Ist das Wolfspaar noch in Fuhrberg?

Burgwedel Ist das Wolfspaar noch in Fuhrberg?

Weilt das Fuhrberger Wolfspaar noch dauerhaft im Burgwedeler Norden? Trotz frischer Fährten und wiederholter Sichtungen sind Zweifel erlaubt. Von den erwarteten Welpen gab es 2015 keine Spur. Und vergangene Woche lag ein Wolf tot im Straßengraben bei Ovelgönne.

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Ein Wolf wurde lange nicht mehr in Burgwedel gesichtet.

Quelle: Ingo Wagner

Burgwedel. Als dem Engenser Jäger und Wildtier-Maler Werner Siemers im Spätherbst 2014 mit Filmaufnahmen der erste Nachweis gelang, dass sich im Raum Fuhrberg ein Wolfspaar aufhält, war das für manchen Naturschützer eine freudige Nachricht. Andere aber sahen ihre Schafe, Hunde oder den Wert ihrer Jagdreviere in Gefahr.

Auf der Wolfslandkarte bekam Burgwedels nördlichster Ortsteil im Dezember 2014 als Symbol für ein „residentes“ Wolfspaar die rote Wolfstatze - und war nun der (bis heute) südliche Vorposten des dereinst ausgestorbenen Wildtieres im mittleren Niedersachsen.

Ein Jahr später kann von der damals erwarteten Rudelbildung keine Rede sein. Siemers hat einen Wolf das letzte Mal vor sieben Monaten mit eigenen Augen gesehen. Wie viele Engenser kennt er aber die Geschichte von der Postbotin, die in der Woche vor Weihnachten am Lahberg im Rückspiegel ihres Postautos zwei Tiere gesehen hat, die nach ihrer Beschreibung nur Wölfe gewesen sein können.

Weder Siemers noch der Wolfsberater vor Ort, Thomas Behling vom Forstamt Fuhrberg, oder Stephan Schmitz, Jagdaufseher in Thönse, konnten 2015 ein Wolfspaar beobachten oder haben davon gehört. Schmitz hat von einem einzelnen Wolf unter anderem in Golfplatz-Nähe berichtet bekommen. Im Januar hat er am Hauptdamm nördlich von Wettmar den Wolf höchstpersönlich im Neuschnee „sicher gefährtet“.

Sogenannte C-1-Nachweise aber - Fotofallenbilder etwa oder Proben von Kot oder gerissenen Tieren - seien Mangelware, bedauert die Wolfsbeauftragte Dr. Britta Habbe, die für die Landesjägerschaft die Ausbreitung der Wölfe „wissenschaftlich nüchtern“ darstellen soll. „Wir wissen nicht genau, wo das Fuhrberger Paar geblieben ist“, sagen Habbe und Behling. Gehörte der nur wenige Kilometer von Fuhrberg entfernt tot aufgefundene Wolf zu diesem Pärchen? Der Kadaver werde im Berliner Leibniz-Institut untersucht. Dank des genetischen Fingerabdrucks wisse man bald mehr, sagt der Förster, dem 2015 aus dem Bereich zwischen Mellendorf und Engensen fünf bis sechs mutmaßliche Wolfsrisse gemeldet worden sind: ein Kalb und Schafe waren darunter.

„Es gibt einen Haufen Leute, die sich Sorgen machen“, sagt Jagdaufseher Schmitz. Das Rehwild sei wegen des Wolfs so scheu geworden, dass die Jäger den Abschussplan kaum erfüllen könnten. Siemers relativiert das: Mal sehe er auf seinen täglichen Radtouren kein einziges Reh, tags drauf seien es dann 15 auf einmal.

Von Martin Lauber

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