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Jugendfreunde posierten 1961 für Freibadpostkarte in Großburgwedel

Fotoshooting 50 Jahre danach Jugendfreunde posierten 1961 für Freibadpostkarte in Großburgwedel

Mit dem Bad kamen die Bikinis: Zwei Jugendfreunde posierten zur Eröffnung des Großburgwedeler Freibades auf einer Postkarte – heute treffen sie sich an derselben Stelle wieder.

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Schwimmmeisterin Michaela Naehrig-Trelenberg mit Jörg Ellenbeck und Dieter Henke.

Quelle: Sven Weißer

Großburgwedel.. Mit den Jahren kamen zwar ein paar Pfunde, die Erinnerung ist geblieben: Als das Großburgwedeler Freibad im Juni 1961 eröffnet wurde, posierten Jörg Ellenbeck und Dieter Henke für die offizielle Postkarte.

Ellenbeck, geborener Krause, lebt seit Jahrzehnten im Ruhrpott und ist längst im Vorruhestand. Allenfalls auf Reisen arbeitet der gelernte Steiger noch – als Tauchlehrer in tropischen Gewässern.

„Eiskalt war das Wasser“, erinnert er sich fröstelnd an den Junitag 1961, als im eröffneten Freibad Großburgwedel das Postkartenfoto geschossen wurde. Er war der damals achtjährige Junge, der sich im Vordergrund lässig auf den Beckenrand stützt. Rechts dahinter schaut Dieter Henke in die Linse des Fotografen. „Wir waren hammerharte Jungs“, erinnert sich Henke und lacht selbstironisch. Beheizt wurde das Bad auf der Ramhorst erst Jahrzehnte später. Trotzdem sei es in den sechziger und siebziger Jahren „die Attraktion schlechthin“ gewesen.

Keinen Badetag verpasst

Vom ersten bis zum letzten Tag jeder Saison verpassten beide keinen. Elf Grad Celsius Wassertemperatur waren kein Hinderungsgrund. Bei Hitze mussten die Pforten bisweilen wegen Überfüllung geschlossen werden.

Saisonkartenbesitzer Henke, der Großburgwedel nie länger den Rücken gekehrt hat, und der Gelsenkirchener Ellenbeck sind Freunde geblieben. Nach der Veröffentlichung der Freibadpostkarte in dieser Zeitung verabredeten sie sich zum Nostalgietreffen, um in Erinnerungen zu schwelgen.

Mit dem Freibad änderte sich der Horizont der Dorfjugend, denn ein Dorf war Großburgwedel damals noch. „Im zweiten Jahr kamen die Isernhagener, im dritten die Hannoveraner“, sagt „Krause“, wie er damals genannt wurde. „Das war ein Quantensprung“ – unter anderem, weil die Mädchen aus Isernhagen und der Großstadt anders als die „eher biederen“ einheimischen gern selbst gehäkelte Bikinis trugen. Dass Auswärtige sich für Bauland in Großburgwedel zu interessieren begannen, da ist Ellenbeck sicher, sei auch dem Bad zu verdanken.

Schwimmmeister Döhler war eine Autorität im Bad

Überstrahlt wird die Erinnerung der beiden Freunde von einer Lichtgestalt: Schwimmmeister Kurt Döhler, athletisch und braungebrannt, als Bayer ein „Ausländer“ war eine Autorität im Bad. Als Höchststrafe galt Papier auflesen. Ellenbeck schaffte nach derben Widerworten sogar mal einen Rausschmiss.

Trotzdem blieb der Schwimmmeister eine Vaterfigur, zu der er mit allen Problemen kommen konnte. 31 Jahre nachdem „Krause“ aus Burgwedel weggezogen war, traf er sich 2003 noch einmal kurz vor Döhlers Tod mit dem Idol seiner Kinder- und Jugendzeit. „Wir haben ihn geliebt“, bringt es Dieter Henke auf den Punkt.

Martin Lauber

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