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Jugendliche schnuppern in soziale Berufe

Burgwedel/Wedemark Jugendliche schnuppern in soziale Berufe

Zum zehnten Mal bietet die Kirchenkreisjugendarbeit für junge Leute den "Szenenwechsel" an. In einem Praktikum in den Osterferien schnuppern junge Leute ab 14 Jahren in eine sozial-diakonische Einrichtung hinein. Die Nordhannoversche hat zwei Praktikantinnen besucht.

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Anne Celine Gärtlein ist für einen Ausflug als Rollstuhl-Schieber für Steve eingeteilt.

Quelle: Roman Rose

Wedemark/Burgwedel. Anne Celine Gärtlein hat sich für ihren "Szenenwechsel" das Kinderpflegeheim in Mellendorf ausgesucht. Am Mittwoch war sie als Schieber für einen Ausflug mit einer Gruppe Schwerstbehinderter nach Hannover-Tiergarten eingeplant. Schieber deshalb, weil sie ein Kind in einem Rollstuhl schiebt. "Wenn wir Praktikanten haben, setzen wir sie gern als Schieber ein, denn unsere Kinder können ihre Rollstühle nicht selbst bewegen – und wir haben viele", erläutert Uwe Dietrich, der pädagogische Leiter des Heims.

Die 14-Jährige aus Lindwedel, die in Mellendorf zum Gymnasium geht, ist den Umgang mit Behinderten gewohnt. "Drei meiner Familienmitglieder sitzen im Rollstuhl", berichtet sie. Ihr Motiv für den Szenenwechsel: "Ich interessiere mich generell für soziale Arbeit und wollte das Leben hier im Kinderpflegeheim kennenlernen." Bisher war sie mit den kleinen Bewohnern im Entspannungsraum und spazieren, hat Wäsche eingeräumt, Kissen desinfiziert und Kinder saubergemacht. "Es ist eine Orientierung für mich, weil es in diesem Bereich verschiedene Berufe gibt", sagt sie. "Was ich aber später beruflich machen will, weiß ich noch nicht." "Wir haben gute Erfahrungen mit den Praktikanten. Es gibt so einige aus früheren Jahren, die uns bis heute immer wieder mal besuchen kommen und dann mit anpacken", berichtet Dietrich.

Obwohl erst 14, ist für Anna-Lisa Braune ihr Praktikum in der Patientenbücherei des Krankenhauses Großburgwedel schon der zweite "Szenenwechsel" nach einer Kita-Hospitanz im letzten Jahr, für die sie noch eine Sondererlaubnis brauchte. Dass sie eine Ader dafür hat, etwas für andere zu tun, ist der Realschülerin aus der Wedemark schon mehrfach bescheinigt worden. "Bei Tests kommt immer ein Beruf im sozialen Bereich heraus", berichtet sie. Aktuell fühlt sie sich, wenn sie im Schlepptau der ehrenamtlichen Mitarbeiterin Ursula Boyn mit dem Bücherwagen durch die Krankenzimmer zieht, durch das Lächeln der Patienten reich belohnt. Aber die 14-Jährige schaut sich auch das Drumherum ganz genau an, denn einen Beruf im Gesundheitswesen – vielleicht in der Krankenpflege – kann sie sich ganz gut vorstellen.

Mal abgesehen davon, dass nicht zum ersten Mal nur Mädchen den "Szenenwechsel" proben, ist Dorothee Lüdeke von der Motivation der jungen Leute beeindruckt. Sie ist seit 31 Jahren in der kirchlichen Jugendarbeit tätig und hat dabei die Erfahrung gemacht, dass die soziale Verantwortung junger Leute immer mal wieder totgesagt wurde, der "Szenenwechsel" aber alljährlich das Gegenteil beweist. Die Landeskirche Hannover propagiert ihn als "Erfolgsmodell". Aber außer Burgwedel-Langenhagen beteiligen sich in der ganzen Landeskirche Hannover nur drei weitere Kirchenkreise an dem Projekt.

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Quelle: Symbolbild

Von Roman Rose und Martin Lauber

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