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Großburgwedeler Kanzlei geschlossen

Jurist will die Zulassung zurück


Der Neustädter Jurist, dessen Großburgwedeler Kanzlei im März geschlossen wurde, will seine Zulassung als Rechtsanwalt wiederhaben. Er steht im Verdacht, Mandantengeld veruntreut zu haben.

Dem Neustädter Rechtsanwalt wurde die Zulassung entzogen, weil er Mandantengeld veruntreut haben soll.

© HAZ (Symbolbild)

Großburgwedel. Die Forderungen gegen den Mann belaufen sich auf eine halbe Million Euro plus X. Bereits Ende März war seine Anwaltskanzlei in der Kernstadt von Großburgwedel geschlossen worden. Genauer beziffern kann Irene Silinger, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hannover, die Schadenssumme noch nicht. Bevor ihre Behörde die Ermittlungsergebnisse auswerten könne, werde es „noch eine Weile“ dauern, sagte sie auf Anfrage. Noch lägen die Akten bei der Polizei.

Wie jetzt erst bekannt wurde, gehört auch der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) zu den mehr als zehn Klägern. Der Neustädter Jurist war ehrenamtlicher Landesvorsitzender und auch Vorsitzender eines Ortsvereins in der Landeshauptstadt. Wie ASB-Hauptgeschäftsführer Hans Dieter Wollhorn auf Anfrage bestätigte, hat die Kontrollkommission des Wohlfahrtsverbandes den Strafantrag gegen den früheren Vorsitzenden veranlasst. Dieser sei zum Zeitpunkt, als er vom ASB ein Mandat übertragen und auch ein Anwaltshonorar bekam, bereits von allen Vorstandsämtern zurückgetreten gewesen. Eine Leistung für das Geld habe er nicht erbracht. Die Höhe des Betrages will Wollhorn nicht nennen, nur so viel sagt er: „Es war nicht so viel, aber ärgerlich ist es trotzdem.“

Indes hat der Neustädter gegen den Entzug der Zulassung als Rechtsanwalt eine verwaltungsrechtliche Klage eingereicht, über die dem Vernehmen nach vor dem Oberlandesgericht in Celle verhandelt werden wird. So lange hat er als Rechtsanwalt zu gelten, auch wenn er seinen Beruf nicht ausüben darf.

2500 laufende Rechtsvorgänge der geschlossenen Großburgwedeler Praxis hat im April ein bestellter Kanzleivertreter übernommen. Gläubigern hatte Insolvenzverwalter Torsten Gutmann schon im September wenig Hoffnung gemacht: Für sie sei im Insolvenzverfahren wenig zu holen.

Martin Lauber

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