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10.000 Bäume via Smartphone im Blick

Burgwedel 10.000 Bäume via Smartphone im Blick

Kataster 2.0: Die Stadt Burgwedel hat die kommunalen Register schon vor Jahren digitalisiert. Seit einem halben Jahr kann sie diese sogar von außerhalb via Smartphone pflegen.

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Baumkataster auf dem Smartphone: Mithilfe einer App können die Verwaltungsmitarbeiter in Burgwedel verschiedene Register von unterwegs abrufen und pflegen. Einziger Haken: Die Synchronisation erfolgt noch nicht automatisch, sondern muss später händisch erledigt werden.

Quelle: Zottl

Großburgwedel. Für ihr Alter hält sie sich: Die 150 Jahre alte Stieleiche vor dem Rathausgebäude hat auf einer Skala von 0 (gesund) bis 4 (abgestorben) immerhin noch einen Vitalitätswert von 2. „Sie hat schon ein paar Probleme im Wurzelbereich. Die Mauer um das Rathaus ist bestimmt erst später gebaut worden“, sagt Umweltkoordinator Malte Schubert mit Blick auf sein Smartphone. Das verrät ihm, dass schon mehrfach Totholz entfernt werden musste. Grund zur Sorge, sie könne nicht mehr sicher sein, gibt es aber nicht. Da, wo die Eiche steht, zeigt die Satellitenaufnahme auf Schuberts Telefon nur grüne Punkte an – kein Handlungsbedarf, hat der Baumkontrolleur gemeldet. Im September ist die Eiche wieder dran.

Zufrieden blickt Schubert auf sein Smartphone, das ihm in Untermenüs alles Wissenswerte über Lage und Zustand von diesem und geschätzt etwa 9999 weiteren kommunalen Gehölzen verrät – ein digitales Baumkataster. Mithilfe sogenannter geografischer Informationssysteme (GIS) überführt die Stadt seit Jahren sukzessive alle möglichen Kataster ins digitale Zeitalter. In die unterschiedlichen virtuellen Kartenwerke werden nicht nur kommunale Bäume, sondern auch Bau- und Bauausgleichsflächen, Landschaftsschutzgebiete, Kanäle, Straßenlaternen und sogar Parkbänke eingepflegt.

Neu ist, dass diese Datenbanken auch von unterwegs abgerufen und sogar aktualisiert werden können. Mithilfe einer speziellen App können städtische Mitarbeiter gleich am Standort vermerken, wenn bei einem kommunalen Besitztum Handlungsbedarf besteht. Eine enorme Erleichterung, wie Schubert betont. „Der Zettel entfällt. Neulich bin ich in Wettmar mit dem Förster unterwegs gewesen. Durch die GPS-Ortung konnte ich noch vor Ort in der Luftbildkarte einen Punkt setzen“, erläutert er. Dieser Punkt ist im Gegensatz zu anderen signalrot. In der App kann er zudem vermerken, was getan werden muss und wer dafür zuständig ist.

Noch sind längst nicht alle Kataster vollständig erfasst, die Daten der kommunalen Bäume noch nicht komplett. Aber Schubert träumt schon von mehr. „Auch die Straßenkilometrierung soll mittelfristig mit aufgenommen werden“, sagt er. Hilfreich könne diese Technologie auch sein, um die Lage alter Flurstücke oder unbemannter Stellwerke an Bahnlinien zu kartieren.

Ganz durchdigitalisiert ist das Prinzip aber doch noch nicht: Sobald Schubert zurück im Büro ist, muss er die auf dem Smartphone gespeicherten Datensätze mit seinem PC synchronisieren. Auch den Anruf beim Bauhof muss Schubert dann doch noch händisch erledigen.

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