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Kinder lernen Wolf mit allen Sinnen kennen

Burgwedel Kinder lernen Wolf mit allen Sinnen kennen

In den Schulferien in die Wolfsschule – Kinder haben im Fuhrberger Gemeindehaus das Leben der Wölfe kennengelernt.

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Olaf Slaghekke (links), Waldpädagoge im Auftrag des Forstamts Fuhrberg, und Torsten Allert (SPD) mit den Teilnehmer der „Wolfsschule“.

Quelle: Mario Moers

Fuhrberg. Die DNA eines Welpen hatte vor wenigen Tagen Gewissheit gebracht. Spaziergänger hatten in der Lüneburger Heide einen jungen Wolf entdeckt, durch den das mittlerweile achtes Rudel in Niedersachsen bestätigt werden konnte. Damit steigt die geschätzte Gesamtzahl der streng geschützten Tiere im Land auf 60 bis 80.

Mit der Ausbreitung der Wölfe wächst auch das Informations- und Bildungsangebot rund um den Rückkehrer. Zu "Wolfsexperten“ ließen sich am Sonnabend elf Kinder in Fuhrberg ausbilden. Das Ferienangebot der SPD in Kooperation mit dem Forstamt und dem Waldpädagogik-Zentrum vermittelte den Jüngsten einen Einblick in das Leben der Wölfe.

"Es kommen immer mehr Wölfe nach Fuhrberg“, erklärt die zehnjährige Luisa, weshalb sie und die anderen Kinder sogar in den Ferien mehr über den Wolf lernen wollen. Von dem Fuhrberger Paar, dass seit 2015 auf den Bestand-Karten des Wolfsmonitoring verzeichnet ist, haben alle elf Kinder gehört. Zwei Stunden lang hören die Kinder gebannt zu, was Olaf Slaghekke, Waldpädagoge im Auftrag des Forstamts in Fuhrberg, über Wölfe zu berichten weiß. Auf einer am Boden ausgelegten Fährte lernen sie die den "geschnürten Trab“ der Tiere kennen. Plastik-Kot dient als Modell, um die "Losung“ von der eines Hundes unterscheiden zu können. Mit allen Sinnen erfahren die Kinder mehr über den neuen, scheuen Nachbarn im Wald.

Um zu verstehen, wie ein Wolf sein Rudel am Geruch erkennt, träufelt Slaghekke allen Teilnehmern verschiedene ätherische Öle auf den Handrücken. Jeweils drei Kinder bekommen den gleichen Geruch. Durch gegenseitiges Beschnuppern müssen sie zu ihrem eigenen Rudel finden. "Es ist wichtig, die verschiedenen Wahrnehmungen der Kinder anzusprechen“, erklärt Birka Sodemann, Mitarbeiterin des Waldpädagogik-Zentrums Hannover-Hildesheim.

Seit 2014 organisiert die Einrichtung das Bildungsprojekt "Wölfen auf der Spur“ in Kooperation mit der Landesjägerschaft Niedersachsen. Regelmäßig finden etwa in der Grundschule Thönse "Wolfstage“ statt, die Slaghekke ebenfalls betreut. Während die Jüngeren den Lebenszyklus und die Biologie der Tiere kennenlernen, setzen Angebote für die älteren Schüler stark auf Rollenspiele. Indem die Jugendlichen in die Rolle eines Landwirts oder von Umweltschützern und Politikern schlüpfen, sollen sie die Debatten, die mit der Rückkehr verbunden sind, von allen Seiten verstehen lernen.

"Bei dem Thema Wolf herrscht noch immer viel Aufklärungsbedarf. Zumal es besonders bei den Erwachsenen meistens schnell polarisiert“, sagt Torsten Allert. Der SPD-Kandidat für den Fuhrberger Ortsrat hatte das Ferienangebot initiiert. Er hört interessiert zu, was die Kinder über den Wolf lernen. Am Ende des Vormittags bekommen alle eine Wolfsspur, die sie selbst in Ton gepresst haben, und einen Button mit nach Hause. Jetzt sind sie alle "kleine Wolfsexperten“.

Von Mario Moers

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