Großburgwedel. Zahlreiche Patienten aus mehreren Stationen des Großburgwedeler Krankenhauses mussten am Montagabend kurz vor 18 Uhr nach einem Fassadenbrand aus ihren Stationen in andere verlegt werden: Ein ganzer Flügel des zum Klinikum Region Hannover (KRH) gehörenden 237-Betten-Hauses war stark verqualmt. Betroffen waren Urologie, Innere und die vierte Abteilung der Chirurgie.
Die Einsatzleitung löste vorsorglich den so genannten „Massenunfall mit verletzten Personen“ aus – und setzte damit Rettungsfahrzeuge aus weiten Teilen der Region Richtung Großburgwedel in Bewegung. Doch trotz dieses Terminus’ aus dem Katastrophenschutz-Vokabular: Dem Vernehmen nach ist kein einziger Patient ernster verletzt worden. Eine Person sei kollabiert, erklärte ein leitender Arzt, habe aber schnell stabilisiert werden können. Zwei Frauen unter der Geburt im Kreißsaal merkten wahrscheinlich gar nichts von dem Großeinsatz, der die halbe Stadt in ein Blaulichtgewitter tauchte.
Schwestern und Stationsärzte wickelten die Umbettung der Patienten offenbar mit großer Routine ab - Personal wie Patienten wirkten, während noch überall das Warnsignal der zentralen Brandmeldeanlage piepte, sehr gelassen.
Gegen 19 Uhr schickte Einsatzleiter Carsten Rüdiger Männer mit Druckbelüftern ins Haus. Die Frage, ob es dabei bleibt, dass tatsächlich die Stationen C 4, M 4, M 7 und U 4 nicht wieder belegt werden können oder ob weitere Bereiche des Krankenhauses wegen der Rauchbelastung geräumt werden müssen, konnte am Abend noch nicht beantwortet werden. Das ist abhängig von den Luftproben, für die ein Messfahrzeug angefordert wurde.
Zur Ursache machte Großburgwedels Ortsbrandmeister Carsten Rüdiger keine Angaben – dem Vernehmen nach waren in dem Bereich, in dem das Feuer ausbrach, am Montag Dachdecker tätig gewesen. Oberhalb der Dachkante des zweigeschossigen Teil des Westtrakts Stock lag offenbar der Brandherd. Als die ersten Löschtrupps eintrafen, stand die Isolierung der angrenzenden Stirnwand der Stockwerke drei und vier desselben Trakts in hellen Flammen.
Auf den beiden Geschossen dieses Gebäudeteils sollten eigentlich in der kommenden Woche per Autokran sechs Einzelcontainer mit einer Nutzfläche von 380 Quadratmetern gehievt werden – als Provisorium für die Urologie, die beim geplanten Bau eines neuen, 30 Millionen Euro teuren Bettenhauses vorübergehend dorthin umziehen soll. Ob die Baumaßnahme nun im Zeitplan bleibt, ist fraglich.
Die Feuerwehr war mit rund 100 Einsatzkräften vor Ort. Zusätzlich waren rund 100 Polizisten und Rettungssanitäter am Einsatzort. Das Gebiet rund um die Klinik ist noch immer großräumig abgesperrt.
Tobias Morchner / Martin Lauber
