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Kunst-Spaziergänger erobern Wettmar

Wettmar Kunst-Spaziergänger erobern Wettmar

Wer am Wochenende mit dem Auto Wettmar passierte, der musste langsam fahren. Überall waren kleine Gruppen unterwegs - zu Fuß oder mit dem Rad, und alle auf der Suche nach den orangenen Fähnchen, die Kunstgenuss beim Sommerspaziergang versprachen.

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Dani Sún Talún tanzt orientalisch auf der Ringstraße.

Quelle: Carina Bahl

Wettmar. Auch wenn Wettmar 3000 Einwohner hat, gleicht der Sommerspaziergang von Jahr zu Jahr mehr einem Familientreffen: Die Kunsthandwerker und Künstler kennen sich - stellen doch fast alle seit drei Jahren gemeinsam auf den Höfen aus. Wer der Einladung gefolgt war, fand sich auf einem Spaziergang durch Kunst und Kultur vom Feinsten wieder.

Im „Schlösschen“ wurde es künstlerisch eng - gleich drei Malerinnen präsentierten dort ihre Werke. Auf dem Hof Bierstedt gab es nicht nur eine Reise in die Welt der Künste, sondern auch in die Vergangenheit: Es tickte und tackte kräftig im kleinen Scheunenraum, den die Familie liebevoll in die alte Werkstatt von Dorf-Uhrmacher Werner Möller verwandelt hatte. Alte Uhren, altes Werkzeug und ein kleiner Film sorgten für begeisterte „Spaziergänger“.

Für den guten Zweck engagierte sich die Schülerfirma Time2Buy aus Burgdorf auf dem Hof Bode - gleich neben einer historischen Eismaschine. Gekonnt warben die Schülerinnen für ihre nachhaltigen Produkte und schickten zahlreiche Besucher mit Gelees, Senf und Kunsthandwerk nach Hause.

Als wahre Höhepunkte stellten sich die musikalischen Angebote heraus. Sonntagmorgen um 11 Uhr sprengte Dani Sú Talún das Platzangebot im Garten von Gerd Scholze. Spontan, wie die Wettmarer eben sind, wurde prompt der Wendeplatz an der Ringstraße zur Bühne: Unter dem orangenen Fähnchen bot die Tänzerin orientalische Verrenkungen, die sich sehen lassen konnte. So wie ganz Wettmar an diesem Wochenende.

 

„Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zu KiB“

Ist der Sommerspaziergang Wettmar zu einer handfesten Konkurrenz für „Kunst in Bewegung“ (KiB) geworden? In zwei Wochen, wenn KiB erneut zu 50 Ausstellungen im Stadtgebiet einlädt, gibt es kein Angebot in Wettmar – ein Punkt, der bei den Organisatoren von KiB durchaus kritische Stimmen laut werden ließ. „Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz und lehnen diesen Tenor auch ab“, sagt Initiatorin Birgit Bode-Stüring. Der Sommerspaziergang sei in dem Jahr entstanden, als KiB ausgefallen war. „Und die Resonanz im Ort war so gut, dass wir es wiederholt haben.“

Keiner in Wettmar hätte ein Problem damit gehabt, für KiB erneut seinen Hof zu öffnen. „Aber wir wurden gar nicht angefragt“, sagt Bode-Stüring. Zudem sei es die Entscheidung der Aussteller, ob sie in so kurzer Zeit zweimal ihre Werke präsentieren wollten. „Uns geht es einfach darum, die Dorfgemeinschaft in Wettmar zu pflegen“, sagt sie. Nicht jeder sei in einem örtlichen Verein organisiert – der Sommerspaziergang verstehe sich als ein Angebot für Neubürger wie Alteingesessene, um sich kennenzulernen. „Und das klappt auch super.“ Auf Gewinn ist dabei niemand aus: „Für 25 Euro, die jeder Aussteller zahlt, lässt sich die Werbung bezahlen, und der Rest wird immer gespendet.“ Der Erlös von diesem Wochenende soll an Unicef gehen, um Kindern in Nepal zu helfen. car

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