Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Mit viel Geduld zu kleinen Kunstwerken

Burgwedel Mit viel Geduld zu kleinen Kunstwerken

Im Schulzentrum in Großburgwedel herrscht die Qual der Wahl – zumindest für diejenigen unter den Hunderten von Besuchern, die nicht mit einem festen Plan zu den Kunsttagen Burgwedel gekommen sind, was sie nach ihrem Besuch denn nach Hause tragen möchten.

Voriger Artikel
Ortsfeuerwehren helfen richtig gut weiter
Nächster Artikel
Turnerschaft lässt Flüchtlinge Beitrag zahlen

Elke und Bernhard Breker bieten bei den Kunsttagen Burgwedel selbst gebaute Puppenstuben an.

Quelle: Frank Walter

Großburgwedel. Wer einfach zwischen den rund 80 Ständen umherschlendert, entdeckt vor allem viel Filigranes – kleine Unikate, die aus der Entfernung betrachtet vielleicht nicht viel hermachen, deren künstlerische Qualität sich dann aber bei näherer Betrachtung schnell erschließt.

Helga Schindlers Arbeitsmaterialien beispielsweise messen nur wenige Millimeter. Geschickt hantiert die 79-Jährige mit Glasperlen im Miniaturformat, verbindet sie mit dünnstem Draht oder gar Zahnseide zu Untersetzern, kleinen Blumen und Figuren. Eine Lupe benötigt sie dafür nicht, ebenso wie bei Ursula Bartels genügt die Lesebrille. Anstrengend für die Augen ist das dennoch: „Und irgendwann lässt dann auch die Konzentration nach“, sagt die Nienburgerin Bartels. Bei ihr wäre es besonders fatal, wenn der Griff ums Arbeitsmaterial wegen einer Unkonzentriertheit mal zu fest wird: Mit feinsten Pinselstrichen zaubert Bartels vor allem Ostermotive auf ausgeblasene Hühner- und Gänseeier.

Einige Meter weiter bieten Elke und Bernhard Breker Puppenstuben samt Inventar an. „Nur die kleine Nähmaschine kommt aus China, der Rest ist selbstgemacht“, verrät das Ehepaar aus Lehrte. Das Ergebnis der monatelangen Arbeit gibt es bei ihnen bereits für 150 Euro – ohne viel Enthusiasmus geht es einfach nicht im Kunsthandwerk.

Leere Kaffeekapseln in Schmuck verwandeln gleich mehrere Aussteller bei den Kunsttagen, Veronika Schwarz stellt allerdings schon eine Besonderheit dar: „Ich selbst trinke gar keinen Kaffee“, verrät die Hannoveranerin mit einem Lachen. Stattdessen sammeln Freunde und Verwandte, damit Schwarz die Metallkapseln in kleine dekorative Unikate verwandeln kann.

Von Frank Walter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten