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L383: Radweg kommt erst im Jahr 2024

Oldhorst/Großburgwedel/Schillerslage L383: Radweg kommt erst im Jahr 2024

Per Fahrrad an der L 383 entlang von Großburgwedel über Oldhorst bis nach Schillerslage geht es nach aktuellem Stand erst im Jahr 2024. Bessere Nachrichten hatte der zuständige Staatssekretär am Dienstag nicht im Gepäck.

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Am Ortsausgang Oldhorst ist Schluss: Von dort geht es als Fußgänger oder Radfahrer nur durch die Feldmark weiter in Richtung Großburgwedel.

Quelle: Frank Walter

Oldhorst/Großburgwedel/Schillerslage. Gute Nachrichten hatte der Staatssekretär aus dem hannoverschen Verkehrsministerium nur im ersten Halbsatz mit nach Oldhorst gebracht: „Wir freuen uns, wenn die Planung 2018 losgeht ...“, verkündete Frank Nägele am Dienstag zur zeitlichen Schiene für den lange geforderte Lückenschluss im Radwegenetz von Schillerslage über Oldhorst und die Splittersiedlung Heisterholz nach Großburgwedel. Doch dann kam der zweite Halbsatz – „... nach der internen Planung sind wir dann 2024 fertig“.

Das Niedersächsische Landesamt für Straßenbau hat 13 Geschäftsbereiche, für jeden gibt es eine Liste mit einem Ranking. Im Geschäftsbereich Hannover steht der 7,4 Kilometer lange Radweg von Großburgwedel nach Schillerslage auf Platz 6 – und damit wie landesweit deutlich mehr als 100 Projekte im „vordringlichen Bedarf“.

Doch vordringlich heißt nicht automatisch, dass es auch schnell geht. Jeder Radweg-Kilometer kostet durchschnittlich eine Viertelmillion Euro, die Planung ist oft kompliziert und damit langwierig. Dabei wäre es gerade für die Oldhorster wichtig, endlich eine Radwegverbindung entlang der Landesstraße 383 nach Großburgwedel zu erhalten, wie die ehemalige Ortsratsfrau Ilse Kuckelkorn beim Ortstermin mit dem Staatssekretär erklärte. Wenn man am Straßenrand stehe, dann gehe mancher Autofahrer zwar vom Gas. Sonst aber rase auch mal einer mit fast 80 Kilometern pro Stunde durch den Ort, sagte sie mit Blick auf die „Smiley“-Tempoanzeige an der nahen Laterne – außerorts werde dann noch schneller gefahren. „Und die Kinder müssen doch zum Schulzentrum nach Großburgwedel kommen“, warb Kuckelkorn für den Bau.

Bislang, und das weiß auch Burgwedels SPD-Chef und Regionsabgeordneter Andreas Strauch, müssten Radfahrer aus Oldhorst kommend über Wirtschaftswege nach Großburgwedel radeln. „Dabei hat der Kreisel schon die Anschlüsse für die Radwege“, sagte Strauch.

Bei mehr als 4000 Fahrzeugen pro Tag auf der L 383 könne er die Forderung total nachvollziehen, entgegnete der Staatssekretär. „Deshalb ist es wichtig, dass wir 2018 in die Planung einsteigen.“ Doch für den Radwegebau zwischen Großburgwedel und Schillerslage brauche es nicht nur die entsprechenden finanziellen Mittel und ein zeitlich aufwendiges Planfeststellungsverfahren, sondern vor allem auch Grunderwerb, so Nägele. Mit Blick auf die hochwertigen Böden, so die Erfahrung, wünschten sich Landwirte meist Ausgleichsflächen statt -zahlungen. „Und da gibt es hier wenig.“ So komme es, dass der genannte Zeitraum vom Planungsbeginn bis zur Fertigstellung „eine ehrliche Antwort“ sei, so der Staatssekretär. Geplant werde der Radweg in jedem Fall en bloc für die ganzen Strecke, gebaut werde dann möglicherweise in Teilabschnitten.

Beschleunigt werden könne das Verfahren laut Nägele möglicherweise, wenn die Stadt Burgwedel sich beteilige – beispielsweise bei den Gesprächen mit den Grundeigentümern, aber auch an den Planungskosten. Gleichzeitig revidierte der Staatssekretär aber eine frühere Aussage seines Ministeriums aus dem Sommer 2016, dass die Radwegeplanung für Oldhorst so im Ranking nach oben rutschen könnte. So etwas schloss Nägele aus, weil sonst reiche Städte die Projekte ärmerer Kommunen in der Prioritätenliste verdrängen könnten.

Ebenfalls bislang nur durch die Anschlüsse am Oldhorster Kreisel zu erahnen ist die geplante Radwegverbindung zwischen Thönse und Neuwarmbüchen. Die Region Hannover, die für den Bau entlang der K 116 als sogenannter Straßenbaulastträger zuständig ist, ist allerdings schon ein ganzes Stück weiter im Verfahren als das Land. Wie Regionssprecher Klaus Abelmann auf Anfrage mitteilte, laufen derzeit das Planfeststellungsverfahren und der Grunderwerb. Für Oktober oder November werde der Erörterungstermin anberaumt. Nach der Förderzusage und der Ausschreibung der Bauarbeiten rechnet die Region für 2018 dann mit dem Baubeginn.

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