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Diese Grundschüler sind keine Sportmuffel

Fuhrberg Diese Grundschüler sind keine Sportmuffel

Wie war das noch einmal? Kinder von heute sind meist übergewichtige Sportmuffel, die nur vor dem Computer sitzen? Für Fuhrbergs Grundschüler gilt das jedenfalls nicht – wie sie beim Laufevent am Sonnabend bewiesen haben.

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Für die Medaille geben die Grundschüler beim Laufevent „Fuhrberg bewegt“ von Anfang an alles.

Quelle: Carina Bahl

Burgwedel. „Ich kenne mich, ich werde gleich wieder total ausflippen“, kündigt Grundschulleiterin Andrea Halden aufgeregt an, als sie am Sonnabend um 11 Uhr die Startklappe für den Lauf der Erst- und Zweitklässler zückt. Acht Minuten später hält sie ihr Versprechen ein: Im Zieleinlauf jubelt sie, hüpft sie, feuert sie mit allem, was die Stimme hergibt, „ihre Kleinen“ an, als diese hochmotiviert nach 1,2 Kilometern die Luftballon-behangene Ziellinie erreichen.

110 Kinder zählt die Grundschule Fuhrberg. 100 Kinder, also alle, die Zeit hatten, treten zum Laufevent „Fuhrberg bewegt“ an. „Das macht mich richtig stolz“, sagt Halden - hätte es aber gar nicht tun müssen, denn ihr Blick zum Starterfeld verrät das auch ohne Worte. „Wir sind keine Sportschule, sondern haben unseren Schwerpunkt auf Umwelt gelegt“, sagt die Schulleiterin - aber davon ist nichts zu merken.

Eine kleine Umfrage vor dem Start hat Erstaunliches ergeben. Warum machen die Kinder mit? Erstens: Sie wollen eine Medaille haben. „Die bekommt jeder, der es ins Ziel schafft“, verrät Halden. Und damit auch kein Grundschüler es nicht ins Ziel schafft, laufen ein paar Erwachsene hinterher - sammeln auf, wer pausiert. So die Theorie. In der Praxis laufen die Erwachsenen dann aber wortwörtlich hinter den Schülern her. Pause? Von wegen! Die Kinder sind selbst überrascht, wie schnell sie das bunte Ziel erreicht haben.

Aber nicht nur der Medaille wegen heften sich die Kleinen ihre Startnummern an: „Sie freuen sich auch, dass sie nachher singen und tanzen können“, verrät Halden. Das achte Laufevent, das auch Fuhrbergs Erwachsene auf die Strecke bringt, geht einher mit dem Sommerfest der Grundschule, das eine Bühne für die Chorklassen und Tanzgruppen bietet.

„Niemand hat geantwortet, dass er sich auf die Süßigkeiten und die Bratwürstchen beim Fest freut“, ist Halden auch stolz auf die richtige Einstellung ihrer Schüler. Verwundern tut sie diese nicht: „Sport ist hier immer noch ein Lieblingsfach. Ausfallen lassen darf man diese Stunden nicht, dann gibt es Ärger.“ Den gibt es am Sonnabend nicht: Nach vier Stunden ist der Lauf beendet - die Schüler tragen alle ihre Medaillen um den Hals, und auch wenn sie es nicht zugibt: Nach so viel Anfeuern braucht jetzt die Schulleiterin eine Pause.

Von Carina Bahl

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