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Letzte Ruhe für die Sternenkinder

Burgwedel Letzte Ruhe für die Sternenkinder

Eine würdige letzte Ruhestätte für „Sternenkinder“ will die Stadt Burgwedel auf dem Kleinburgwedeler Friedhof einrichten. Dort sollen vom kommenden Frühjahr an die Urnen von eingeäscherten Föten bestattet werden.

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In diesem Bereich östlich des Blumenhügels soll die Fläche für die Sternenkinder angelegt werden.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Manche Schwangerschaft endet vorzeitig. Kinder, die mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm vor, während oder nach der Geburt sterben, werden im engeren Sinne als Sternenkinder bezeichnet (betroffene Eltern benutzen den Begriff aber auch für solche Kinder, die mit mehr als 500 Gramm Geburtsgewicht sterben).

Burgwedels Friedhofssatzung hat Sternenkinder, für die es laut Niedersächsischem Bestattungsgesetz keinen Bestattungszwang gibt, bisher nicht vorgesehen. Sie waren kein Thema, denn bisher hat das Nordstadtkrankenhaus auch für das Großburgwedeler Klinikum die Bestattung an anderer Stelle in der Region mitorganisiert.

Doch zwischenzeitlich ist das Krankenhaus auf Jeannine Lüßmann zugegangen und die Juniorchefin des Großburgwedeler Bestattungsinstituts Bamberg wandte sich an die Stadtverwaltung – mit der Bitte, dass auch betroffene Eltern in Burgwedel einen Ort für die Trauer um ihre Sternenkinder bekommen, wie ihn etwa Langenhagen mit seinem Garten der Erinnerung bietet.

Ein Stern und eine Stele

Bei Martin Rießler, der für die städtischen Friedhöfe zuständig ist, rannte Lüßmann offene Türen ein. Rießler hat den Kommunalpolitikern den Bereich östlich des Blumenwiesenhügels im hinteren Bereich des Kleinburgwedeler Friedhofs vorgeschlagen. Einen Stern würde er gerne mitten auf die betreffende Wiese pflastern lassen. Eine von einem Bildhauer angefertigte Stele mit einem Text, der noch nicht feststeht, würde das Bestattungsinstitut Bamberg stiften. Diese Stele soll in der Mitte des Sterns stehen – dort, wo künftig einmal im Frühjahr und einmal im Herbst, jeweils etwa zehn eingeäscherte Föten zusammen in einer Urne beigesetzt werden sollen – feierlich im Rahmen eines Gottesdienstes, den der Krankenhausseelsorger abhalten werde, erklärt Lüßmann.

Die Stadtverwaltung schlägt vor, auf Gebühren zu verzichten. Und sie hat ebenfalls angeregt, die Kosten für die Pflege dieser neuen Friedhofsabteilung in Höhe von rund 1 100 Euro pro Jahr dauerhaft zu übernehmen und nicht den Angehörigen der Sternenkinder in Rechnung zu stellen.

Ortsrat für Gestaltungsidee

Darüber muss der Verwaltungsausschuss noch eine Entscheidung treffen. Der Ortsrat von Kleinburgwedel hat bei seiner Anhörung Rießlers Gestaltungskonzept am Donnerstagabend aber bereits einmütig zugestimmt. Eine einlagige Natursteintrockenmauer, an der Platz für 90 Urnen wäre, soll die Stätte für die Sternenkinder einrahmen. Mit Solitärsträuchern, Gräsern, Stauden und Blumenzwiebeln möchte Rießler sie bepflanzen.

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Fotostrecke Burgwedel: Letzte Ruhe für die Sternenkinder

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