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Lohn- und Gehaltsabrechnungen sind ihre Leidenschaft

Burgwedel Lohn- und Gehaltsabrechnungen sind ihre Leidenschaft

Im Burgwedeler Stadtbild taucht das Unternehmen Relog "Rechenzentrum für Lohn und Gehalt" nicht auf - auf Personalfachmessen gehört es zu den Großen. Was 1978 klein begann, stellt sich 2015 als ein bundesweit funktionierendes Erfolgsmodell dar.

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Sie haben Spaß an den Dingen, die Unternehmen lieber abgeben: Inge Engel (von links), Ludwig Busse und seine Tochter Katharina.

Quelle: Bahl

Burgwedel. Relog - das steht für „Rechenzentrum für Lohn und Gehalt“. Kurzum: Ludwig Busse und sein Team machen das, was andere nur ungern selbst machen. „Wir übernehmen die laufenden Lohn- und Gehaltsabrechnungen für Unternehmen, und im Gegensatz zu den meisten anderen machen wir das leidenschaftlich gern“, bringt es der Geschäftsführer auf den Punkt.

Das Erfolgsrezept erklärt sich schnell: Gerade für kleinere und mittlere Firmen mit bis zu 100 Angestellten bedeutet die Abrechnung einen großen Zeitaufwand und hohe Personalkosten. „Die Gesetze ändern sich ständig. Gerade in der Baubranche ist die Lohnabrechnung hoch komplex. Das kann ein Mitarbeiter in einer Firma gar nicht leisten“, weiß Inge Engel von Relog. „Wir machen den ganzen Tag nichts anderes und haben daher das Fachwissen.“

Bereits 40 Standorte in ganz Deutschland

Bereits 1978 wurde Relog von fünf Exmitarbeitern der Nixdorf Computer AG gegründet - damals ging es jedoch vorrangig um den Vertrieb und die Wartung von Hard- und Software sowie die Entwicklung von Lohnprogrammen. Jedoch rechnete sich die Investition in die Hard- und Software nur für größere Unternehmen. Gleichzeitig stieg das Interesse kleinerer Firmen an schnellen und einfachen Lösungen für ihre Gehaltsabrechnungen. Und so wandelte sich Relog von einer Vertriebsgesellschaft zu einem Dienstleister.

1995 übernahm Ludwig Busse den Kundenstamm von Relog in Burgwedel - mit nur drei Mitarbeitern wurden von einem Musterhaus an der Schultze-Delitsch-Straße aus 120 Mandanten mit 2800 Abrechnungen betreut. „Die Aufträge wurden immer mehr, und das Konzept ging einfach auf“, erinnert sich Busse. 2004 folgte der Umzug in das jetzige Gebäude an der Kokenhorststraße 8 - als Mieter von Martin Kind. 2006 gründete der heute 61-Jährige die Ludwig Busse GmbH & Co. KG, die Relog seitdem als Franchise-Unternehmen führt.

An 40 Standorten bundesweit arbeiten heute Unternehmer unter der eingetragenen Marke Relog. „Jeder Standort deckt einen Einzugsbereich von 10 000 Firmen mit mehr als fünf Beschäftigten ab“, erklärt Busse. Die Unternehmer wirtschaften eigenständig - Marketing, Datenschutz, Fortbildung und Kooperationen werden von der Dr.-Albert-David-Straße aus gesteuert. Dort hat die Ludwig Busse GmbH & Co. KG als Franchise-Geber ihren Sitz. Neue Mitarbeiter bildet Relog gern selbst aus - allein in Burgwedel dürfen aktuell drei Auszubildende auf eine Übernahme hoffen.

Von einem auf 40 Standorte in 20 Jahren: So eine Expansion kann sich sehen lassen. „Aber sie ist begrenzt“, betont Busse - nur maximal zehn weitere Standorte im Süden und im Ruhrgebiet seien noch zu realisieren, damit die Relog-Standorte sich keine Konkurrenz machen.

Nachfolgerin steht in der Familie schon fest

Inzwischen erwirtschaftet die Unternehmensgruppe rund 6,5 Millionen Euro Jahresumsatz mit 4500 Mandanten und mehr als 70.000 laufenden Lohn- und Gehaltsabrechnungen. „Es sind hauptsächlich kleinere und mittelständische Firmen“, gewährt Busse Einblick. Aber auch manch große Firma mit mehreren Hundert Beschäftigten lasse bei Relog inzwischen abrechnen.

Und wie sieht die Zukunft aus? „Wachsen wollen wir weiter“, sagt der 61-Jährige. Deshalb ist für 2016 der Umzug ins Gewerbegebiet „Kleinburgwedel-Nord“ geplant. „Aber in meinem Alter muss man auch schon über die Nachfolge nachdenken“, sagt Busse und zwinkert stolz seiner Tochter Katharina zu. Sie arbeitet bereits in der Firma mit. „Testamentarisch ist die Nachfolge geregelt“, betont Busse. Und dass der Erfolg sich fortsetzt, daran hat keiner Zweifel - denn auch Katharina Busses Augen leuchten, wenn sie über das für viele staubtrockene Thema Lohn- und Gehaltsabrechnung spricht.

Neubau für 2 Millionen Euro in Kleinburgwedel

Die Vorfreude auf das erste „eigene“ Bürogebäude steht Relog-Chef Ludwig Busse ins Gesicht geschrieben: „Mir gehören jetzt erst einmal 4000 Quadratmeter Mais“, scherzt der 61-Jährige, weil die von der Stadt gekaufte Fläche im Gewerbegebiet „Kleinburgwedel-Nord“ momentan noch landwirtschaftlich genutzt wird. „Ich gehe davon aus, dass ich nicht ernten darf.“ Auch im Kirchhorster Gewerbegebiet „Südlich Trennemoor“ hatte Busse zuvor Ausschau nach einem passenden Platz gehalten – „aber da sind sehr große Firmen auf sehr großen Grundstücken untergebracht. Das passte nicht.“ Die Nähe zum Bahnhof sei zudem für seine Mitarbeiter jetzt am neuen Standort sehr reizvoll.

Den Bauantrag hat seine Firma ganz frisch gestellt – geplant ist ein eingeschossiges Bürogebäude mit einer stattlichen Länge von 64 Metern. In einem Teil wird der Franchise-Geber, die Ludwig Busse GmbH & CO. KG, untergebracht, im größeren Teil hat der Relog-Standort Burgwedel seine Büros. „Wir wollten nicht in die Höhe oder zu sehr in die Tiefe bauen“, sagt Busse zur Planung. Deshalb habe er lieber ein größeres Grundstück als ursprünglich gedacht gekauft – „um sich auszubreiten.“

Für den Chef eine Herzensangelegenheit bei der Planung war es, die Wünsche seiner Mitarbeiter berücksichtigt zu wissen. „Wir haben alle vorher gefragt, was sie sich vom Neubau erhoffen.“ Das Ergebnis: Neben 18 Büros, einem schicken Empfang und großzügigen Seminarräumen werden auch ein Fitnessraum, ein Krökel- und Billardtisch sowie eine Klimaanlage im neuen Arbeitsreich eingerichtet – der Grillplatz gesellt sich zu den 30 Parkplätzen vor die Tür. Ist die Wunschliste damit abgearbeitet?

Fast: „Ein Schwimmbad und einen Golfplatz konnten wir nicht verwirklichen“, sagt Busse. Dafür ist im Neubau das angestrebte Wachstum des Unternehmens bedacht: „Wir können noch anbauen, und in den Büros ist viel Platz.“ Der Zeitplan ist straff: „Wir wollen im Herbst 2016 einziehen“, sagt Busse. Am 31. Dezember 2016 laufe der jetzige Mietvertrag aus.

von Carina Bahl

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