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Großburgwedel

Mahnmal wird Zielscheibe der Kritik


Drei Wochen vor der ersten Kranzniederlegung am Volkstrauertag wird das neue Mahnmal auf dem Großburgwedeler Friedhof zur Zielscheibe der Kritik. Der Vorwurf: Großburgwedel ehrt SS-Männer.

Im Internet kursiert seit Dienstag ein mit „Lindener Butjer“ gezeichneter Artikel, der sich in weiten Teilen an den Text einer am selben Tag veröffentlichten Pressemitteilung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) hält. Der wesentliche Unterschied besteht im letzten Absatz. Dort heißt es: „Deutsche Täter sind keine Opfer! Nieder mit dem Denkmal für Nazis! Kommt am 15. 11.09 zum Großburgwedeler Friedhof!“ Der Staatsschutz hat Kenntnis von dem Vorgang. „Wir beobachten das“, hieß es auf Anfrage. Die DIG nimmt die Tatsache, dass auf den Mahnmaltafeln der gefallenen Soldaten auch fünf Mitgliedern der SS und eines (mutmaßliches) Mitgliedes des als verbrecherisch eingestuften Sicherheitsdienstes (SD) gedacht werden soll, zum Anlass, ihr Unverständnis für den „rückwärtsgewandten Spuk“ zum Ausdruck zu bringen.

Kritisiert wird auch, dass Opfer übergangen würden – wie die Sinti, die zeitweise in der Pestalozzi-Stiftung untergebracht gewesen seien oder in Großburgwedel geboren wurden. „64 Jahre nach Kriegsende fehlt dem Ortsrat am Wohnort des niedersächsischen Ministerpräsidenten die politische Sensibilität für ein angemessenes Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft am eigenen Ort“, schreibt Kay Schweigmann-Greve, Vorsitzender der DIG Hannover. In den Leitsätzen der Organisation heißt es, die Arbeit der DIG gehe „von dem Wissen um die von Deutschen zu verantwortenden Verbrechen an den Juden während der Jahre 1933 bis 1945“ aus und sei deshalb der Aussöhnung beider Völker verpflichtet.

Die DIG-Stellungnahme entbehre jeder Grundlage und werfe ein völlig falsches Bild auf den Diskussionsprozess, sagt Bürgermeister Hendrik Hoppenstedt. Konsens aller Parteien im Orts- und Stadtrat sei, dass nicht nur die Soldaten aus Großburgwedel, sondern auch Bürger, die NS-Opfer geworden sind, auf der Flucht umkamen oder nach 1945 infolge von Krieg und Gewaltherrschaft gestorben sind, einen Platz auf dem Mahnmal finden. Der Diskussionsprozess sei vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge begleitet worden. Die Jüdische Gemeinde Niedersachsens habe, so Hoppenstedt, die Bemühungen um das Mahnmal anerkannt.


SD-Angehörigkeit unbestätigt
Sämtliche Militärangehörige sind nach Aussage von Bürgermeister Hendrik Hoppenstedt im Hinblick auf Verstrickungen in Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch die für die Wehrmacht zuständige Auskunftsstelle sowie die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Klärung nationalsozialistischer Verbrechen überprüft worden.

Von beiden Behörden sei gegenüber den Gremien der Stadt Burgwedel wissenschaftlich dargelegt worden, dass keine Erkenntnisse vorlägen, die auf die Beteiligung an Verbrechen gegen die Menschlichkeit hinweisen. Insbesondere habe sich in einem Fall der Hinweis auf eine mögliche SD-Angehörigkeit trotz umfangreicher Recherchen nicht bestätigt.

von Martin Lauber

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  • denkmaldebatte banan g. nopens – 13.11.09
    also mich kotzt diese ewige schulddebatte gewaltig an. Ich bin 1939 geboren habe niemand umgebracht oder dazu aufgerufen. Und unsere väter, der eine weniger der andere mehr, handelten aus der damaligen denke heraus, genauso wie wir aus der heutigen denke heraus handeln und begruenden.



    Am besten wird es für die paraneuiker sein, deutschland und alle deutschen für immer und ewig, so wie es ja auch die juden anstreben, zu verdammen, und ihnen einen neuanfang durch permanentvorwuerfe zu verweigern.

    Ich schäme mich ein deutscher zu sein, weil sich dieses volk nicht selbst aus seiner vergangenheit befreit, und ständig in sack und asche geht. Wer die graeben staendig neu aufreisst, hat andere als versoehnliche absichten im kopf.

    haleluja

  • Linksextremismus Burgwedel – 30.10.09
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  • in Dörfern gehen die Uhren und Köpfe anders Auswärtiger – 29.10.09
    Wer Täter ehren will, hat nichts verstanden. Wer Täter und Opfer gemeinsam ehren will und das auch noch als Argument gebraucht, noch viel viel weniger. Erschreckend, dass dieses Kaff noch nicht einmal das Problem versteht.
  • @ Dorris Gerhard – 29.10.09
    Menschenverachtung ist extremistisch. Wer das Totengedenken stören will, ist menschenverachtend.
    Und Menschenverachtung mit vorgeblicher Empathie für andere Menschen zu rechtfertigen, ist schlicht bösartig. Damit stellst Du Dich auf eine Stufe mit denjenigen, die mit Israelfahne in der Hand Stalingrad und den Bombenkrieg gegen Deutschland feiern.

    Außer ein paar rechtsradikale Spinner gibt es in Israel niemand, der die Tötung Deutscher befürwortet oder uns das Gedenken Übel nimmt. Daß Du und Deinesgleichen diesen Eindruck erweckt, indem ihr ständig Bezug auf das jüdische Schicksal nehmt, ist wahrer Antisemitismus.
  • Gerd Dorris – 29.10.09
    So erkläre doch mal wo das "extremistische" spezifika in den texten liegt??? du stellst behauptungen auf die du gar nicht belegen kannst... dann konstruierst du wieder das "schicksaal" des jüdischgen volkes was ja auch wieder das "andere" ist und schicksal da kann ja niemand was für. Historische tatsache ist aber das die shoa das schlimmste menschliche verbrechen ist, welches jemals geschehen war. Und hier liegt das spezifika darin, dass menschen industriel vernichtet werden sollten. ohne irgendwelche anderen hintergedanken, bei den gulacs ging es darum eine industrie nation zu schaffen, natürlich ist auch das zu verachten, aber auch in der industrialisierenden fase in unserem breitengrad wurden menschen hier genauso umgebracht. Das spezifikum der absoluten vernichtung hat nur die shoa inne. Und deswegen muss mensch das kategorische imperativ so formlorien: AUSCHWITZ DARF NIE WIEDER PASSIEREN!!! und deswegen ist die geschichtliche aufarbeitung dort ein skandal und das ganze hat nichts mit irgendwelchen "rechts mitte links" shemata zu tun. Diese begriffe sind so oder so unbrauchbar. Denn das was im allgemeinen als rechtsextremes gedankengut bekannt ist und auch so definiert wird reicht bis in die "mitte" der gesellschaft (wie an ihrem beispiel zu sehen, da sie offen solche positionen vertreten aber sich in eine "mehrheitsmitte" konstruieren die es nicht gibt) und jede progressive kritik an der "mitte" kann somit auch sofort als linksextremistisch bezeichnet und sofort ausgegrenzt werden. Es gibt eben nur menschenverachtendes denken (rassismus, antisemitismus, chauvinismus, sexismus usw.) und progressives welche diese umstände aufheben möchte. Also täten sie besser daran mal ein buch zu lesen statt hier eine menschenverachtende hetze im mäntelchen einer politischen mitte zu verkaufen. ich empfehle ihnen dazu anatomie des Faschismus von Robert Q. Paxton. Viel spaß beim denken
  • @ Dorris & Co Gerhard – 28.10.09
    Du solltest Dich schämen, daß Schicksal des jüdischen Volkes für Deine extremistische Ideologie zu instrumentalisieren. Du hetzt nicht nur gegen Menschen, die sich nicht mehr wehren können, sondern ziehst auch noch eine ganze Volksgruppe in den Schmutz, indem Du hier den Eindruck hinterweckst, sie stünde hinter eurem propagandistischen Unsinn.

    Wenn ihr schon nicht die Größe habt, Tote und Trauernde in Ruhe zu lassen, steht zumindest zu eurer Menschenverachtung.
  • ??? andre Dombrowski – 28.10.09
    Die Mitgliedschaft in einer nationalsozialistischen Terrororganisation muss in einer aufgeklärten Gesellschaft ein eindeutiges Ausschlusskriterium für die Namensnennung z.B. in einem solchen Mahnmal sein. Im übrigen wird das mangelnde historische Bewusstsein und die nicht stattfindende Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus auch an der Person des General Wöhler deutlich, der als verurteilter Kriegsverbrecher in Burgwedel als hoch angesehene Persönlichkeit verstarb und noch heute durch einen Strassennamen geehrt wird! Solange man sich nicht von solchen Plünderern und Massenmördern im deutschen Namen distanziert und sich laut und deutlich zu den Millionen von Opfern deutschen Großmachtstreben und rassistischem Größenwahn bekennt sind die Ursachen des Faschismus nicht bei der Wurzel gepackt!
  • noch mehr fragen??? Garibaldi – 28.10.09
    Aber zuvor noch mal im Klartext für die mitlesenden Staatsdiener und Lokalredakteure: Es geht nicht darum ein „Mahnmal für die Opfer von Krieg und nationalsozialistischer Gewaltherrschaft von 1933-1945“ zu verhindern! IM GEGENTEIL! Es geht aus einer fortschrittlichen Perspektive darum deutsche Geschichte kritisch zu reflektieren und aufzuarbeiten! Es muss darum gehen Politiker wie Herrn Hoppenstedt (Bürgermeister von Burgwedel) durch öffentlichen Druck dazu zu zwingen sich mit ihren Halbwahrheiten auseinander zu setzen! Es ist der blanke Hohn, wenn Herr Hoppenstedt behauptet, die jüdische Gemeinde Niedersachsens habe die Bemühungen der Stadt Burgwedel anerkannt. Das Gegenteil ist der Fall! Die jüdische Gemeinde hat darauf bestanden, dass die jüdischen Opfer Burgwedels NICHT auf dem Mahnmal genannt werden, weil sie nicht wollten, dass jüdische Opfer in einem Atemzug mit Nazis geehrt werden! Und wieso weigert sich die Stadt Burgwedel konsequent weitere Erkundigungen über die mutmaßlichen SS-Männer einzuholen?
  • der Gerhard schon wieder dorris – 28.10.09
    na gerdi nimmst ja die neue strategie ziemlich ernst, welche von den kameraden der fkhu ausgegeben worden is oder?!? ich meine im geschichtsrevesionismus stehst du echt nicht schlecht da... täter zu opfern machen kriegst du ja polemisch hin... nur taugt das nix denn empirisch steht deine konstruierte "mitte" der gesellschaft sehr schlecht da... und auch dieses über tote redet mensch nicht schlecht... und schon gar nicht über tote nazis... naja dabei gehst du ja so plumb vor das du dich mit deiner polemik (argumente hast du ja nicht eins geliefert) selbst entlarfst
  • Es ist eine Schande, gegen Tote zu hetzen Gerhard – 28.10.09
    Es gibt kein schäbigeres Verhalten, als Rufmord an Toten zu begehen, die sich nicht mehr wehren können. Die Männer taten ihre Pflicht und zahlten dafür mit ihrem Leben. Ihnen das Gedenken zu verweigern, spricht für einer Charakterlosigkeit sondergleichen derjenigen, die nun aus diesem Gedenken ihr politisches Süppchen kochen.

    Diejenigen, die heute ihr Fähnchen in den politisch korrekten Wind hängen, wären vermutlich damals selbst die größten Schergen gewesen, wenn man entsprechende Taten von ihnen verlangt hätte.

    Gottlob haben diese Charakterlumpen in der Mitte des Volkes keinen Rückhalt mehr. Also werden die Trauernden das übliche Häuflein verwirrter Extremisten ertragen müssen.
  • Frage Hannoveraner – 28.10.09
    Wenn die jüdische Gemeinde die Bemühungen zur Kenntnis genommen hat, wie kommt es dann, dass die jüdische Gemeinde Niedersachsen es explizit abgelehnt hat, dass jüdische Opfer auf dem Mahnmal erwähnt werden?

    Ich denke, es könnte daran liegen, dass die Stadt Burgwedel sich weigert eine wirkliche Überprüfung der vermuteten SS - Männer zuzulassen!

  • ??? hebrew hammer – 28.10.09
    Die SS war eine politische einheit, die durch besondere grausamkeit an allen fronten während des zweiten weltkrieges aufgefallen sind. wie können menschen die sich an einer solchen einheit beteiligt werden geehrt werden, das ist doch absurd. und auch für denn fall das sie nicht direkt an massakern beteiligt waren, so haben sie doch zuarbeit hierfür geleistet. außerdem haben sie für ein antesimitisches rassistisches, kurz faschistisches regime ihr leben gegeben. solche menschen kann man doch nicht ernsthaft auf ein denkmal schreiben, es scheint als würde burgwedel sich gerne 70 jahre zurück wünschen. der staatsschutz sollte lieber den bürgermeister dieser unsäklichen stadt überwachen, und nicht den protest. nazis sind illegetim und nicht der widerstand, das hat die geschichte bewiesen

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Burgwedel in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 152 km²
  • Einwohner: ca. 20.500
  • Bevölkerungsdichte: 135 Einwohner je km²
  • Postleitzahl: 30938
  • Ortsvorwahlen: 05139, 05135
  • Wirtschaft: Firmendatenbank
  • Stadtverwaltung: Fuhrberger Straße 4, 30938 Burgwedel, Telefon (05139) 89730
  • Bürgermeister: Hendrik Hoppenstedt (CDU)
  • Rat: CDU (18 Sitze), SPD (8), Grüne (4), WEB (2), FDP (1), Die Unabhängigen (1)
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