Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Verkaufswagen-Tetris für den Landmarkt

Burgwedel Verkaufswagen-Tetris für den Landmarkt

Die Brötchen ein Stück nach links, der Wein bitte nach rechts und Gemüse nicht direkt neben Gemüse – na gut, der Fischwagen darf ausnahmsweise sonnabends das Domfront-Graffiti zuparken: Der Wedemärker Landmarktverein hat am Montagnachmittag „Verkaufswagen-Tetris“ in Großburgwedel gespielt. Stellprobe nennen Marktbeschicker das.

Voriger Artikel
Literaturgottesdienst: Wo geht's hin?
Nächster Artikel
3500 Blumen läuten den Frühling ein

Impressionen von der Stellprobe für den Landmarkt auf dem Domfrontplatz.

Quelle: Carina Bahl

Großburgwedel. „Es ist ja nicht so, als hätten wir nicht einen genauen Plan vom Platz mit Koordinaten für jeden Gullydeckel geschickt“, scherzt Bürgermeister Axel Düker beim Beobachten des munteren Treibens. Theorie ist gut – Praxis ist besser. „Wir müssen doch gucken, von wo die Sonne kommt“, erklärt Stellproben-Chef Carsten Dettmers als Vorsitzender des Landmarktvereins, während er wild gestikulierend Anhänger um Anhänger rangieren lässt. Während sich manch ein Verkäufer über Sonne freue, sei diese für die Kühlanhänger, das Gemüse und den Honig eher schädlich. „Außerdem geht es um die Größe des Wagens und wer morgens zuerst kommt.“ Viel Platz zum Rangieren gebe es ja nicht.

Aber nicht nur das: „Hier kommt immer der Weihnachtsbaum hin“, betont Düker und steht demonstrativ als menschlicher Platzhalter in der Mitte. „Wird bedacht“, sichert Dettmers zu und schiebt den Verkaufswagen des Fuhrberger Spargelhofs kurzerhand ein Stück weiter ins Zentrum. Was verkaufen die Spargelbauern eigentlich Ende März? „Wir werden mit irgendwas dabei sein“, verspricht Jörg Heuer für den ersten Öffnungstag am Sonnabend, 25. März, von 8.30 bis 12.30 Uhr. „Frischen Spargel aber bestimmt nicht.“ Erst einmal wolle man sich bei der Stellprobe einen Platz sichern. Gesagt, geschoben – getan. „So schaut’s gut aus“, bilanziert Dettmers nach kurzer Zeit.

Wer nicht nach der Sonne schieben muss, hat den Strom im Blick: Fachgespräche vor dem großen Verteilerkasten – es folgen Erklärungen der Stadtverwaltung. „Ahja“, sagt Dettmers, nickt, hakt das Thema ab. „Wir brauchen keinen Strom“, zeigt sich Renate Neumann von der Gärtnerei Koch ganz entspannt. „Nur zur Adventszeit, wenn wir Lichter aufhängen.“ Die elf Marktteilnehmer sind ein eingespieltes Team. „Wir kennen uns schon ewig, stehen auf Märkten immer familiär nebeneinander“, betont der eine. „Wenn einer Pipi muss, passt man gegenseitig auf die Stände auf“, scherzt ein anderer. Kabeltrommeln werden geteilt – Konkurrenzgedanken verdrängt.

Eine spontane Mitgliederversammlung, die das Votum für eine Veranstalterhaftpflichtversicherung ermöglicht, wird bei der Stellprobe locker einberufen. Bleibt noch zu klären: „Wie heißen wir eigentlich?“. Burgwedeler Landmarkt oder Landmarkt Burgwedel? Variante 1 wird beschlossen, eine Abstimmung braucht es nicht. „Alle zufrieden?“, ruft Dettmers. „Joa“, antwortet das Plenum.

„Wird das denn nochmal was mit dem Markt?“, fragt an diesem Nachmittag einer von vielen Bürgern, die den Trubel neugierig beäugen. Ja, es wird. „Gibt es dann auch Erbsensuppe zu kaufen?“, erkundigt sich ein anderer. „Gute Idee“, entgegnet Dettmers. Auf jeden Fall werden die Burgwedeler Obst, Gemüse, Backwaren, Wein, Kaffee, Fleisch, Fisch, Honig und Blumen sonnabends kaufen können. „Das ist etwas anderes als ein Wochenmarkt, wo jeder alles verkaufen darf“, betont Neumann. Bei einem Landmarkt werden frische, regionale, selbstgezogene Produkte vorausgesetzt. „Das kostet vielleicht mehr, aber das ist mir Qualität wert“, stimmt eine Passantin mit ein – voller Vorfreude. Ein Imbiss und eine Crêperie sollen mit einem für Vereine reservierten „unpolitischen Auftrittsplatz“ das Konzept abrunden. Zum Auftakt gibt’s ein Glücksrad.

Rund – so ist auch die nach einer Stunde gefundene Aufstellung. „Aber nichts ist in Stein gemeißelt“, betont Dettmers. Mal schauen, wie es sich bewähre. „Sonst schieben wir nochmal“, scherzt er. Beim Tetris gibt es ja auch meistens eine zweite Runde.

doc6u24b8j12qp7lbeaigj

Fotostrecke Burgwedel: Verkaufswagen-Tetris für den Landmarkt

Zur Bildergalerie

Von Carina Bahl

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten