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Spielstraße soll Schleichweg unattraktiv machen

Thönse Spielstraße soll Schleichweg unattraktiv machen

Mehr als sechs Jahre, nachdem sie ausgebaut wurde, soll die Wohnstraße "An der Miere" in Thönse verkehrsberuhigter Bereich werden. Anwohner machen sich schon lange dafür stark, bei Region und Stadt schmorte ihr Anliegen bisher insgesamt 15 Monate.

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Von ihrer Ausbauweise her ist die Straße An der Miere in Thönse eine klassische Spielstraße. Nach der Intervention eines Vaters soll nun auch die verkehrsbehördliche Anordung folgen.

Quelle: Martin Lauber

Thönse. Erinnert sich noch einer daran? Als Ende 2009 im bereits vollständig bebauten Neubaugebiet An der Miere der "Pfützenboulevard" endlich gepflastert  wurde, wurden auch warnende Stimmen laut: In gut ausgebautem Zustand könne die Straße leicht zur Rennstrecke werden. Aber die Verwaltung beruhigte damals: Elf Feldahorne würden gepflanzt, sie machten ein zu hohes Tempo unmöglich.

Aus Sicht der Anwohner hat sich ein Teil ihrer damaligen Befürchtungen jedoch bewahrheitet. Denn ihre mit gerumpelten Betonsteinen edel gepflasterte Idylle hat sich zum Schleichweg mit Durchgangsverkehr entwickelt. Autos, die aus Wettmar Richtung Großburgwedel wollen und umgekehrt, kürzen gerne durch die Straße An der Miere ab. Das Problem: An der Straße wohnen gut 20 Kinder. Das Tempo-30-Limit stellt aus Sicht der Eltern keinen ausreichenden Schutz für sie dar.

Im Mai 2015 wandte sich ein Vater eines damals vierjährigen Jungen an die Stadt Burgwedel mit der Bitte, die Straße mit dem Verkehrszeichen 325.1 als verkehrsberuhigten Bereich auszuweisen, denn dies sei direkt nach dem Ausbau versäumt worden. Bisher gibt es im ganzen Stadtgebiet nur eine Straße, die mit den großen blauen Spielstraße-Tafeln ausgeschildert ist: den Brombeerkamp hinterm Seniorenwohnheim Lindenriek in Kleinburgwedel. Fußgänger dürfen dort laut Straßenverkehrsordnung die Straße in ihrer ganzen Breite benutzen, Kinderspiele sind überall erlaubt und der Fahrzeugverkehr muss Schrittgeschwindigkeit einhalten.

In seinem Schreiben ans städtische Ordnungsamt argumentierte der Thönser Vater streng fachlich: Art und Weise, in der die Straße An der Miere ausgebaut sei, entsprächen exakt der klassischen Bauweise einer Spielstraße: niveaugleich ohne Borde, versetzt gepflanzte Bäume, weder gesondert ausgewiesene Gehwege noch Parkflächen. "Somit sind die Verkehrsteilnehmer gezwungen, sich die gesamte Verkehrsfläche zu teilen. Diese straßenbauliche Situation verträgt sich nicht mit der verkehrsrechtlichen Situation, wonach es sich um eine Tempo-30-Zone handelt."

Zwei Monate später erhielt der Briefschreiber Antwort aus dem Rathaus: Sein Schreiben sei zuständigkeitshalber an die zuständige Straßenverkehrsbehörde der Region weiter geleitet worden. Dort brauchte die - ebenfalls mit einer Entschuldigung versehene - verspätete Antwort sogar fast elf Monate. Der Inhalt des Behördenbriefs aber entschädigte: "Ich kann Ihnen mitteilen, dass Ihrem Anliegen entsprochen wurde." An die Stadt Burgwedel als Straßenbaulastträger sei "mit heutigen Datum" - es war der 9. Juni 2016 - eine Anordnung für die Ausweisung eines verkehrsberuhigten Bereichs zwischen der Einmündung des Hainkopsweges und der Wettmarer Straße ergangen. Zuvor müssten aber noch die Parkflächen markiert werden.

Knapp zwei Monate später will Ordnungsamtsleiterin Andrea Stroker jetzt mit der Umsetzung der Anordnung nicht mehr viel Zeit verlieren. Wegen der Parkplätze müsse noch mit den Anliegern geredet und der Ortsrat informiert werden. "Ich denke, das wird in den nächsten Wochen über die Bühne gehen", hofft Stroker. Für die lange Bearbeitungsdauer gebe es einen Grund: Die Verwaltung sei mit der Unterbringung der Flüchtlinge voll und ganz ausgelastet gewesen.

In der Zwischenzeit hat eine weitere Anwohnerin - ungeachtet des laufenden Verfahrens - die Stadtverwaltung ob des ungezügelten Parkens von Fahrzeugen aufgefordert, Parkplätze An der Miere auszuweisen.

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