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Mensa-Neubau 60 Prozent teurer als geplant

Burgwedel Mensa-Neubau 60 Prozent teurer als geplant

Statt der 920.000 im Etat eingeplanten Euro wird der Bau der neuen Mensa für die Grundschule Wettmar gut 1,5 Millionen Euro verschlingen. CDU-Ratsfrau Ortrud Wendt spricht von einem „Schockeffekt“. Als Grund nennt die Verwaltung eine „nicht seriöse Kostenschätzung“.

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Auf diesem Brachgelände soll bis zum Schuljahresbeginn 2017/18 der neue Mensatrakt stehen.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Mehr als eine Stunde lang nahm der Schulausschuss am Donnerstagabend die Stadtverwaltung – fast wie in einem Untersuchungsausschuss – ins Kreuzverhör. En detail wollten insbesondere CDU-Vertreter die Gründe für die Verteuerung um rund 60 Prozent wissen. Die Mehrheitsfraktion hatte sich vorab darauf festgelegt, noch kein grünes Licht zu geben.

Wettmars Grundschule wird zur offenen Ganztagsschule und braucht dafür eine Mittagsverpflegung. Der circa 300 Quadratmeter große Mensakomplex soll auf der schon abgeräumten Fläche rechts neben der Schule gebaut werden und spätestens zum Schuljahr 2017/18 in Betrieb gehen. Weil eine konkrete Planung noch nicht vorlag, als im Rathaus der Haushalt 2016 geschrieben wurde, ließ die Verwaltung die Kosten auf der Basis des Raumprogramms schätzen.

Trotzdem: „Wir hätten auch schon im Oktober erkennen können, dass der Betrag nicht ausreicht“, räumte Kämmerer Christian Möhring am Donnerstag ein und nahm so einen Teil der Verantwortung für den „Schockeffekt“ auf seine Kappe. Tatsächlich haben nachträgliche Änderungswünsche an der exorbitanten Kostensteigerung nur geringen Anteil.

Ein Beispiel: Weil der Speisesaal auch von externen Gruppen wie Vereinen genutzt werden können soll, mussten aus Rücksicht auf Hygienebestimmungen die Nebenräume umstrukturiert werden. Die daraus resultierende Vergrößerung der Grundfläche um 27 Quadratmeter schlägt mit Mehrkosten in Höhe von 83 400 Euro zu Buche. Oder: Das zunächst geplante Flachdach wird geneigt, ein Plus von „nur“ 11.000 Euro.

Dies sind also nur die sprichwörtlichen „Peanuts“. Das wahre Problem ist laut Möhring durch eine „nicht seriöse Schätzung“ entstanden, für die er eine „schlechte Leistung“ des beauftragten Architekturbüros mitverantwortlich machte. Dass die Rechnung Quadratmeter mal Baukostenindex (BKI) nicht aufgehen konnte, hätte das Büro laut Möhring erkennen können. Während der Bauboom im öffentlichen Sektor die Preise in die Höhe schnellen ließ, sei für die Mensa-Schätzung der BKI von 2014 (mit 2013 ermittelten Durchschnittskosten) ohne die nötige Anpassung nach oben angewandt worden. Zudem fielen bei so kleinen Bauvorhaben wie der Wettmarer Mensa die Technikkosten generell verhältnismäßig höher aus. Auch dies sei nicht berücksichtigt worden. Mit circa 417.000 Euro gibt es denn auch die größte Kostensteigerung bei der technischen Gebäudeausrüstung.

Materieller Schaden sei der Stadt nicht entstanden, versicherte Möhring. Mit den Kommunalpolitikern war er aber einig, dass die Stadt für den Mensabau an der Kleinburgwedeler Grundschule mit einem anderen Büro zusammenarbeiten oder das Bauamt dieses Objekt selbst planen sollte. „So etwas darf uns nicht noch einmal passieren“, sagte er. Trotz aller Erklärungen – der CDU-Fraktion war das alles noch nicht transparent genug.

Mit mehr schriftlichen Vorinformationen wird am 14. März der Verwaltungsausschuss eigens in Sachen Mensa zusammenkommen, damit der Rat anschließend den Planungsauftrag vergeben kann.

Millionen-Investitionen: Weitere Schulprojekte in Planung

Nach Wettmar soll 2018 auch Kleinburgwedel seine Offene Ganztagsschule bekommen. Laut Raumprogramm, das der Schulausschuss abgesegnet hat, wird das Gebäude um rund 750 Quadratmeter wachsen. Weitere Millionen-schwere Schulbauprojekte werden folgen.

Es ist nicht nur eine Mensa mit Küche und Speisesaal, die die Grundschule Kleinburgwedel zusätzlich braucht. Nachdem der Schulbezirk um Teile Großburgwedels vergrößert wurde, wird sie durchgängig zweizügig werden. Doch derzeit sind zwei der Klassenräume mit Werkraum und Lehrerzimmer belegt. Außerdem fehlen der künftigen OGS unter anderem ein Raum für die Inklusion, ein Ruheraum, ein Zimmer für den Beratungslehrer sowie vier Kleingruppenräume.

Der Pausenhof soll für den Neubau nicht dran glauben müssen. Wahrscheinlich wird der Horttrakt der Mensa weichen und der Hort neue Räume bekommen. Das in Zusammenarbeit mit der Schule aufgestellte Raumprogramm hat der Schulausschuss abgesegnet. Auf seiner Basis wird jetzt eine erste Planung erstellt. Weil der Neubau deutlich größer als der in Wettmar wird, ist auch mit deutlich höheren Kosten zu rechnen.

Aber auch die zu beengt untergebrachte Grundschule Fuhrberg steht weit oben auf der Agenda. Auf die Ausschreibung eines Architekturwettbewerbs hatten sich 60 Büros beworben. Nach einer Vorauswahl sind 15 Architekten jetzt dabei, bis Anfang Mai Entwürfe und Modelle zu erarbeiten, die sich dann dem Urteil einer Jury stellen müssen. Kostenrahmen: 3 Millionen Euro.

Mehrere Nummern größer wird die Erweiterung des Gymnasiums Großburgwedel, das unter anderem um 14 Klassenzimmer wachsen und gleichzeitig, wo nötig, in der Substanz saniert werden soll. Bis zu den Sommerferien sollen alle erforderlichen Unterlagen komplett sein, um – wie in Fuhrberg – einen Planerwettbewerb ausschreiben zu können.

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Nach Wettmar kommt Kleinburgwedels Grundschule mit einem Mensa-Neubau an die Reihe. Dafür wird wahrscheinlich der jetzige Horttrakt (vorne) weichen müssen.

Quelle: Martin Lauber
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