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Verbundenheit überwindet Grenzen

Burgwedel Verbundenheit überwindet Grenzen

So leicht und fließend wie die französische Sprache klingt, ist am Sonnabend die Verständigung auf dem Domfront-Platz gelungen. Etwa 50 Gäste genossen beim 20-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Burgwedel und Domfront-en-Poiraie Köstlichkeiten aus der Normandie und unterhielten sich ausgiebig.

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Die Bürgermeister Axel Düker (links, Burgwedel) und Bernard Soul (Domfront-en-Poiraie) begießen ihre Partnerschaft mit einem Schluck Pioré.

Quelle: Oehlschläger

Großburgwedel. Es gab Gesprächsbedarf. Einige Burgwedeler hatten ihre Bekannten aus dem französischen Domfront-en-Poiraie über mehrere Jahre nicht gesehen. Der vertrauten und innigen Freundschaft hat das jedoch keinen Abbruch getan. Beherzt feierte man auf dem Burgwedeler Domfront-Platz mit normannischen Köstlichkeiten wie Konfitüre, frischen Crêpes und dem Birnen-Cidre das 20-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft. Dabei halten manche Freundschaften bereits länger, als es das offizielle Datum vermuten lässt.

Dem feierlichen Anlass sollte ein Denkmal gesetzt werden: Burgwedels Bürgermeister Axel Düker und sein französisches Pendant Bernard Soul enthüllten ein Schild, das nun den neuen Namen der Partnerstadt zeigt: Nach der jüngsten Gebietsreform in der Normandie hat diese nämlich den Zusatz "en Poiraie" bekommen, was etwa so viel wie „im Birnenland“ heißt. Etwas verspätet soll im Laufe der Woche noch eine Karte auf die nahe gelegene Gasdruckstation gebracht werden. Diese zeigt dann, wo die französischen Freunde genau zuhause sind.

"Ich fühle mich sehr geehrt und bin stolz, dass die Werte dieser Partnerschaft weitergeführt werden", übersetzte Andreas Listing, der dem Partnerschaftsverein vorsitzt, Bürgermeister Soul bei seiner Danksagung. Man habe festgestellt, dass man in Burgwedel wie auch in Domfront-en-Poiraie für die selben Interessen einstehe. Daher wünsche er der Partnerschaft ein langes Leben.

Euro-Paar I: Peter und Sigurd Paulsen mit Aurelie Poussier

Während seines Studiums in Cannes habe er Frankreich kennen und schätzen gelernt, erinnert sich Sigurd Paulsen. Bis vor zwei Jahren war er noch stellvertretender Vorsitzender des Partnerschaftsvereins, dann gab er sein Amt aus gesundheitlichen Gründen ab - nach 18 Jahren. "Ich nutze die Gelegenheit, um alte Freunde wiederzusehen", sagt er. Darunter ist auch Aurelie Poussier, die in ihrer Jugend mehrere Monate in Burgwedel gearbeitet hat. "Herr Paulsen hat sehr viel für die Partnerschaft getan", sagt die französische Deutschlehrerin, die sich intensiv um den Schüleraustausch zwischen Burgwedel und Domfront-en-Poiraie kümmert. Durch die gemeinsamen Erlebnisse hat auch Paulsens Sohn Peter seine Affinität zu Frankreich entdeckt. "Man besucht sich im Prinzip jedes Jahr", sagt er.

Euro-Paar II: Andreas Listing und Marie-Laure Prod'homme

"Diese Partnerschaft zeigt, dass Freundschaft über Grenzen hinaus geht", sagt Andreas Listing. Als Grundlage der deutsch-französischen Beziehungen erinnert der Vorsitzende des Partnerschaftvereins Burgwedel-Domfrontan an den Élysée-Vertrag von 1963. Durch diesen haben beide Nationen die Erbfeindschaft hinter sich ließen und beschlossen, enger zusammenzuarbeiten. Diese Kooperation sei heute wichtiger denn je, sagt Listing, "weil es gerade in vielen Teilen Europas eine starke nationalistische Bewegung gibt." Das sieht auch Marie-Laure Prod'homme auf französischer Seite so. "Man muss zusammen stark sein und sich diesen Kräften entgegenstellen", sagt sie.

Euro-Paar III: Christiane Vogeler und Jean-Pierre Lamarre

Eine Partnerschaft sei immer gut, sagt Jean-Pierre Lamarre. "Sie bringt die Länder näher zusammen", sagt er. Besonders profitierten dadurch junge Menschen, ergänzt Christiane Vogeler. Durch die gegenseitigen Besuche erhielten sie einen anderen Blick auf die Welt, sagt die stellvertretende Vorsitzende des Partnerschaftvereins. "Denn trotz aller Gemeinsamkeiten sind manche Sachen auch sehr unterschiedlich." So werde man auch offener für die Dinge, die im eigenen Land passieren, meint Vogeler. Sie wünscht sich daher, dass die Verbindung der Schulen weiter wächst - und damit auch das Angebot des Schüleraustauschs.

Euro-Paar IV: Angela Brix und Maryse Huard

Die Freundschaft zwischen Angela Brix und Maryse Huard besteht seit 25 Jahren. Das letzte Mal gesehen haben sie sich vor einem Jahrzehnt. Nun ist es auf dem Domfront-Platz zu einem Wiedersehen gekommen. Kontakt hatten sie zwischendurch trotzdem. "Wir haben regelmäßig telefoniert", erzählt Brix. Für Burgwedels frühere stellvertretende Bürgermeisterin sind die Freundschaften eine der größten Errungenschaften, die sich aus der Partnerschaft gebildet haben. "Aber auch die Vereine und Schulen haben sich gut eingespielt", berichtet sie.

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Von Nils Oehlschläger

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