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Milchpreis im Keller, aber Stall wächst

Kleinburgwedel Milchpreis im Keller, aber Stall wächst

Preisschwankungen nach dem Ende der Milchquote hatte Carsten Lindemann erwartet. Abhalten, kräftig in den Ausbau seines Milchviehbetriebs zu investieren, ließ sich der Kleinburgwedeler Landwirt durch diese Aussicht nicht. Trotz des aktuell rapiden Milchpreisverfalls will er weitermachen.

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Das komplette Gerüst des 40 mal 40 Meter großen und in der Spitze zehn Meter hohen Stalls ist aus Holz konstruiert.

Quelle: Martin Lauber

Kleinburgwedel. Ein Dreivierteljahr nach der Baugenehmigung ragt an der Heidbergstraße jetzt das hölzerne Gerippe des geplanten Offenstalls für 100 Schwarzbunte zehn Meter hoch in den Himmel nördlich von Kleinburgwedel. Möglichst bis November soll das Gebäude bezugsfertig sein. Die 70 Tiere, um die Lindemann seine bisherige Herde aufstocken will, wird er sich bis dahin zusammenkaufen.

Mit Blick auf den rapiden Verfall der Milchpreise - „27 Cent pro Liter sind eine Katastrophe“ - bleibt dem Bauherrn nichts anderes übrig als Gelassenheit: „Die Uhr zurückdrehen kann ich nicht“, sagt er. Optimismus braucht er: Der binnen eines Jahres um 10 Cent abgestürzte Erzeugerpreis könne „nur eine Momentaufnahme“ sein, hofft er, auf dem gegenwärtigen Preisniveau könne kein Betrieb dauerhaft durchhalten.

Und Ärger ablassen muss er - darüber, dass der Einzelhandel das derzeitige Milchüberangebot „gnadenlos ausnutzt“ und die Verbraucher hohe Ansprüche an die Qualität von Lebensmittel stellten, aber nicht bereit seien, einen fairen Preis zu zahlen. Lindemann hat dafür um so weniger Verständnis, als er mit seinem mit öffentlichen Mitteln geförderten Offenstall-Projekt von der bisherigen Anbindehaltung auf „besonders artgerechte Tierhaltung“ umstelle.

Und auch dies verstehen der Landwirt und nach seiner Aussage auch andere Anlieger der Heidbergstraße nicht: dass er die Gülle aus dem neuen Offenstall nicht in der benachbarten Biogasanlage los wird, sondern sie nach Wettmar wird transportieren müssen. Nach Aussage von Geschäftsführer Florian Leisenberg sind bestehende Verträge dafür verantwortlich - und ein Gülle-Bonus, der sonst aufs Spiel gesetzt würde.

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