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Selbst zapfen liegt im Trend

Thönse Selbst zapfen liegt im Trend

Das Prinzip Selbstzapfen funktioniert nicht nur beim Benzin. Thönses erste Milchtankstelle hat sich binnen drei Monaten etabliert.

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Andreas Boecker (links) zapft 20 Liter Milch in der Woche, Stephan Schmitz gönnt sich regelmäßig einen Schokodrink.

Quelle: PATRICIA CHADDE

Thönse. Die zwei Automaten auf dem Bauernhof von Mareike und Christian Büchtmann sind das sonntägliche Sightseeing-Ausflugsziel von Jasmin (11), Irina und Thorsten Steinbach aus Altwarmbüchen. Im linken Automaten gibt es gegen Geld verschieden große Flaschen aus Kunststoff oder Glas, mit und ohne Kakaopulver, aber auch abgepackte Junghühnereier und Kartoffeln. Im rechten lässt sich frische Rohmilch zapfen.

„Im Januar war der Milchtankstellen-Vertreter das erste Mal da“, berichtet Christian Büchtmann. Beim zweiten Termin entschloss sich das Ehepaar vor allem wegen der steigenden Nachfrage aus dem persönlichen Umfeld, die Investition in die Direktvermarktung von Milch zu stemmen. Stephan Schmitz findet das Angebot prima. Der Thönser hält mittlerweile regelmäßig an der Langen Reihe 14 an, um sich einen Kakao für die Weiterfahrt zu zapfen.

Wie Andreas Boecker findet er die Handhabung des Automaten „extrem unkompliziert“. Während sich Schmitz einen Milchsnack gönnt, bringt Boecker generalstabsmäßig jede Menge saubere Flaschen mit – er zapft 20 Liter pro Woche. Anna und Carsten Brosdowski bekamen den Tipp von Fußballfreunden. „Da unterhält man sich natürlich über Neues aus dem Dorf wie die Milchtankstelle“, sagt Carsten Brosdowski, der sich nun selbst einen Eindruck verschafft. Milch werde er zwar weiter im Supermarkt kaufen, aber eine 2,5-Kilo-Packung Princess-Kartoffeln nimmt er mit. Auch Nursen und Sahin Cengil aus Kleinburgwedel finden das Projekt „interessant“ und testen es gleich einmal.

Das Schild „Vor dem Verzehr abkochen“ weist auf die erhöhte Infektionsgefahr der unbehandelten Milch hin. Bevor kleine Kinder, Schwangere oder ältere Menschen das Naturprodukt genießen, sollte die Rohmilch schonend erhitzt werden, was auch pasteurisieren genannt wird. „Wir bekommen super positive Rückmeldungen“, freut sich Mareike Büchtmann über den Zuspruch aus ganz unterschiedlichen Kreisen. „Das schmeckt so gut wie früher“, laute die einhellige Meinung älterer Thönser, die früher schon mit der Milchkanne vorbeikamen, berichtet sie. 50 bis 60 Liter täglich für jeweils einen Euro pro Liter verkaufen die Landwirte schon jetzt über die durchgehend geöffnete Milchtankstelle, an Sonntagen auch schon mal das Doppelte. Jetzt möchte das Paar noch ein paar Rezepte sammeln, denn im Rahmen der Nahrungsmittel-Retrowelle würden auch Milchsuppe und Grießbrei wieder salonfähig.

Von PATRICIA CHADDE

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