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Mit Schlauch geht’s schneller

Fuhrberg Mit Schlauch geht’s schneller

Startschuss für das Millionenprojekt Kanalsanierung per „Schlauch-lining“: Ohne Straßen und Gehwege aufzugraben, werden in Fuhrberg seit Donnerstag insgesamt 2300 Meter marode Abflussrohre mit diesem Verfahren in Ordnung gebracht. Thönse und Wettmar folgen 2016, Klein- und Großburgwedel ab 2017.

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Inliner-Verfahren

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. In konventioneller Grabetechnik unvorstellbar: Nur drei Wochen bis Ende Oktober soll der Einsatz in Fuhrberg dauern, um die schlimmsten, über das ganze Dorfgebiet verteilten Schäden in den Wohnstraßen zu reparieren. 14 Kilometer hatte das Hildesheimer Ingenieurbüro Richter untersuchen lassen - 2300 Meter gelten als erste Priorität. 370 000 Euro gibt die Stadt dafür aus.

Der erste „Schuss“ galt am Donnerstag einem 144 Meter langen Kanalabschnitt unter der Straße An der Kirche. Kurz nach 8 Uhr fahren zwei schwere Lastwagen der Firma Aarsleff vor - auf der Ladefläche des einen eine Edelstahltrommel mit dem Stoff, auf den der Marktführer aus Dänemark bei der Rohrsanierung setzt: harzgetränkter Nadelfilz. Aarsleff lagert diesen Vlies auf dem Spargelhof Heuer in Kisten mit Crush-Eis zwischen - so härtet er nicht aus.

Ein Roboter hat die Kanalröhre zuvor gründlich geputzt, Ecken und Kanten beseitigt. Anschließend wird ein dünner Folienschlauch eingefädelt - dann erst kommt der Filzschlauch, der unter Luftdruck an die Kanalwand angeschmiegt wird.

Eine halbe Stunde - und einen Kanalknick auf halber Strecke unter der Mellendorfer Straße später - taucht am anderen Ende des Sanierungsabschnitts der Filzschlauch wieder auf. Aarsleff-Bauleiter André Bröhland kann per Funk Wasserdampf vom zweiten LKW an der Kirche, dem Kesselwagen, ordern. Druckluft zischt, die Dampftemperatur im Kanal wird ganz langsam gesteigert, damit der Harz keine Risse bekommt. Fünf Stunden dauert es, bis das Rohr im Rohr ausgehärtet ist. 50 Jahre Lebensdauer garantiert Aarsleff der Stadt.

Schlauchlining wird auch bei den weiteren Sanierungsabschnitten im Burgwedeler Stadtgebiet zum Einsatz kommen - über die 2016-er Etappe in Thönse und Wettmar hat der Tiefbau- und Planungsausschuss bereits beraten und für 2016 die Bereitstellung von einer Million Euro empfohlen. Repariert werden dort - wie in Fuhrberg - nur die kleineren Rohrquerschnitte. Die Hauptadern kommen später an die Reihe.

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