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Vor Gericht wird es richtig teuer

Burgwedel Vor Gericht wird es richtig teuer

Mit der Behauptung, sein Hund sei fehlerhaft behandelt worden, hat ein Handwerker einer Burgwedeler Tierärztin die Zahlung der Behandlungskosten verweigert. Das kommt ihn teuer zu stehen.

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Seinen Widerspruch gegen einen Strafbefehl zog ein Handwerker, der zwei Tierarztrechnungen nicht bezahlen wollte, vor dem Amtsgericht Burgwedel zurück.

Quelle: Martin Lauber

Großburgwedel. Von Kai schuntermann Burgwedel. Das Unheil nahm vor zwei Jahren seinen Lauf, als der wegen Bankrotts, Untreue und Nötigung vorbelastete Angeklagte für einige Wochen nach Spanien flog und seine Schäferhündin bei Bekannten abgab. Das Tier hatte zu diesem Zeitpunkt schon eine Erkrankung und bekam Medikamente.

Als der Mann seinen Aufenthalt spontan um zwei Wochen verlängerte und die Schmerzen des Tieres stärker wurden, suchten die Hundesitter den Tierarzt auf: „Sie konnte nicht mehr sitzen vor Schmerzen und hat nur gewinselt.“ Kein Wunder: Die Diagnose lautete Anriss der Schleimhaut im Bereich des Enddarms, bei dem es zu Entzündungen kommen kann. Über eine Bezahlung eventueller Tierarztrechnungen war im Vorfeld nicht gesprochen worden. „Das ist ja selbstverständlich, dass der Besitzer dafür aufkommt“, sagte der 52-jährige Bekannte des Angeklagten. Die Rechnung über 94,44 Euro ging an die Adresse des Halters.

Für die letzten Tage übernahm die Mutter die kranke Hündin. Weil diese unter Schmerzen litt, suchte auch sie die Tierarztpraxis in Burgwedel auf. Für eine Untersuchung und ein Spray wurden 87 Euro fällig.

Zurück aus Spanien, weigerte sich der Hundehalter zu zahlen. Ein Brief, in dem er das mit einer mangelhaft ausgeführten Behandlung begründet haben will, sei nie in ihrer Praxis eingegangen sein, erklärte die Tierärztin vor Gericht. Für sie habe es zu einer Behandlung keine Alternative gegeben: „Wenn ein verletztes Tier zu mir kommt, muss ich helfen, das ist Vorschrift.“

Also forderte die Tierärztin das Geld ein, der Angeklagte verweigerte das. Der Fall landete bei der Staatsanwaltschaft. Heraus kam ein Strafbefehl, gegen den der Handwerker Einspruch einlegte. So kam es zur Verhandlung vor dem Amtsgericht Burgwedel. Im Zeugenstand bestätigte die Mutter des Angeklagten auf Nachfrage von Amtsrichter Michael Siebrecht die Behauptung ihres Sohnes nicht, sie sei mit der tierärztlichen Behandlung unzufrieden gewesen.

Nach kurzer Sitzungsunterbrechung nahm der Halter der zwischenzeitlich gestorbenen Schäferhündin seinen Einspruch zurück. Statt 181 für die Behandlung muss er 50 Tagessätze zu je 30 Euro bezahlen. Das entspricht einem Aufschlag auf die Tierarztrechnung um circa 820 Prozent.

Von Kai Schuntermann

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