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Wärme und Strom aus Holzhackschnitzeln

Burgwedel Wärme und Strom aus Holzhackschnitzeln

Viel wissenschaftliches Knowhow des Fraunhofer-Instituts steckt in einem neu entwickelten Holzheizkraftwerk, mit dem das Enercity-Wasserwerk in Fuhrberg klimaschonend seinen Wärme- und einen Teil seines Strombedarfs deckt. Das Unikat lockt bereits Fachbesucher an.

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Wilhelm Althaus (Bild links) vom Fraunhofer-Institut und Martin Hess von Enercity stehen vor dem neuen Kraftwerk, im dem Holzhackschnitzel zur Wärme- und Stromproduktion verfeuert werden.

Quelle: Martin Lauber

Fuhrberg. Obwohl es noch keinen Strom erzeugte, galt schon das Vorgängermodell, das 1994 in Betrieb ging, als innovativ. Mitten im Wald löste es an einem dezentralen Standort ohne Gasanschluss das Wärmeproblem des zweitgrößten Wasserwerks der Stadtwerke Hannover unter Einsatz regenerierbarer Energien. Der Brennstoff wächst direkt vor der Haustür: Hackschnitzel aus Restholz aus dem Grundwasserschutzwald.

Eine mit Holzhackschnitzeln befeuerte Dampfkesselanlage ist auch das Herzstück der neuen Anlage, in die Enercity – gefördert von der Region Hannover – rund 600 000 Euro investiert hat und die seit Juni im Probebetrieb läuft. Sie nutzt ihren Brennstoff durch zusätzliche Kraftwärmekopplung (KWK) viel effizienter und um weltfreundlicher. Aus 20 Prozent weniger Holzhackschnitzeln holt sie dieselbe Wärmemenge und wirft gleichzeitig durch Umwandlung der Abwärme rund 170 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr ab, die vor Ort verbraucht oder ins Netz eingespeist werden können.

„Neben der wesentlich geringeren Staubemission durch modernste Filtertechnik rechnen wir so auch mit einer CO-2-Einsparung von 500 Tonnen pro Jahr“, lässt Enercity verlauten – das entspricht dem Kohlendioxid-Jahresausstoß von rund 50 Privathaushalten.

Außer Projektleiter Martin Hess bei den Stadtwerken haben beim Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) in Oberhausen drei Wissenschaftler vier Jahre lang an der technischen Lösung für Fuhrberg getüftelt. Das Institut war bereits seit 2012 dabei, die gängige Technik der Kraftwärmekopplung für kleinere Anlagen an dezentralen Standorten zu modifizieren. Entwickler Wilhelm Althaus: „Wir brauchten damals jemanden, der den Mut hat, das auszuprobieren.“

Die Zusammenarbeit zwischen Fraunhofer und Enercity war nicht nur eine zu beiderseitigem Nutzen – die Technik des weltweit ersten Holzheizkraftwerks dieser Größe in Fuhrberg ist laut nach Althaus ein echter Fortschritt: „Nun werden viele kleinere Biofeststoff-Feuerungen wirtschaftlich sinnvoll auf Kraftwärmekopplung umgestellt werden können.“ Schulen, Krankenhäuser, Sägewerke, Wäschereien und kleine Industriebetriebe kämen dafür infrage.

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Wächst vor der Haustür des Wasserwerks: Hackschnitzel aus Restholz.

Quelle: Martin Lauber
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