22°/ 9° heiter

Navigation:
Hinweis nicht mehr anzeigen
Mutter wartet seit zehn Wochen auf Grundsicherung
Mehr aus Nachrichten

Burgwedel Mutter wartet seit zehn Wochen auf Grundsicherung

So prekär hätte Claudia G. sich den Start im Westen nicht vorgestellt. Seit mehr als zehn Wochen wartet die arbeitslose 30-Jährige von der Ostseeinsel Usedom auf Grundsicherung vom Jobcenter - das Kindergeld ihres Fünfjährigen muss seitdem zum Leben ausreichen.

Voriger Artikel
Denkmalschützer verbieten Mensa-Anbau
Nächster Artikel
Stolzenberg fordert Chance für Mitbewerber

Das Jobcenter am Rathausplatz ist außer für Neu-Fuhrbergerin Claudia G. zurzeit für mehr als 1500 Hartz-IV-Empfänger zuständig.

Quelle: Marttin Lauber

Fuhrberg. 16 Prozent Arbeitslose in Mecklenburg-Vorpommern - Grund genug für die junge Mutter, schweren Herzens im schönen Zinowitz die Koffer zu packen und ihrem Lebensgefährten, der bei einer Garbsener Zeitarbeitsfirma einen Job gefunden hat, hinterher zu ziehen. „Auf dem Arbeitsmarkt in Usedom ist nix los, allenfalls im Tourismus“, erklärt Clauda G. - nichts für sie als Rheumatikerin, die täglich Schmerzmittel benötigt. Der Umzug nach Fuhrberg sollte ein Neuanfang werden.

Doch der ist bisher überschattet: Seit G. am 12. November einen Antrag auf Grundsicherung beim Jobcenter Burgwedel gestellt hat, ist der tägliche Gang zum Briefkasten für sie jeden Tag aufs Neue eine Enttäuschung. Erst am heutigen Freitag, nach Rückfragen der Nordhannoverschen beim Jobcenter, soll der ersehnte Hartz-IV-Bescheid eintreffen - versprach der NHZ eine Behördensprecherin.

Dass es mehrere Wochen dauerte, bis alle erforderlichen Unterlagen vorlagen - zuletzt ein von der Vermieterin zunächst übersehenes Beiblatt - räumt G. ein. Immerhin aber hatte sie schon am 19. Dezember beim Jobcenter die sogenannte Eingliederungsvereinbarung unterschrieben.

Als dann am 10. Januar das letzte Ersparte aufgebraucht und die Essensgeldrechnung des Kindergartens unbezahlt war, Telekom und Krankenkasse bereits auf Geld warteten, während die Vermieterin sich freundlich in Geduld übte, stellte Claudia G. auf Hinweis eines Insiders am 10. Januar endlich einen Antrag auf vorläufige Zahlung. Aber auch am Mittwoch, 13 Tage später, gab es noch keine Spur von einem Hartz-IV-Bescheid, ohne den sich auch kein Wohngeldantrag stellen lässt.

„Wir können immer nur in die Prüfung gehen, wenn alle Unterlagen vorliegen“, mit diesen Worten verwies eine Jobcenter-Sprecherin die Verantwortung für die lange Bearbeitungszeit an die Antragstellerin. Wegen des Einkommens ihres Partners habe man die Eilbedürftigkeit zudem als nicht so dringlich eingeschätzt. G. versteht das nicht: Der aktenkundig nur knapp vierstellige Lohn gehe fast vollständig drauf für die Miete und die Fahrtkosten zur Arbeit.

Voriger Artikel Voriger Artikel
Nächster Artikel Nächster Artikel
Besuch in Burgwedel

Burgwedel gilt als eine der reichsten Kommunen in der Region Hannover. Die Stadt besteht aus sieben Orten und hat etwa 20.000 Einwohner. Kommen Sie mit auf einen Streifzug:

Anzeige

Burgwedel