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Lebensmittelladen in Burgwedel schließt

Burgwedel Lebensmittelladen in Burgwedel schließt

In den kleinen Dörfern gehen die Lichter aus. Nach dem Lebensmittelladen in Kleinburgwedel und dem Künstlerhof in Thönse ist jetzt Engensens einziger Lebensmittelladen dicht. Er liegt vis-à-vis der seit Jahresbeginn geschlossenen Traditionsgaststätte Zum Alten Posthof.

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Hier gibt es seit Monatsbeginn nichts mehr - Kiosk und Laden sind seit Monatsbeginn dicht.

Quelle: Martin Lauber

Engensen. Die Gleichzeitigkeit hat Symbolkraft: Um Platz für drei neue Doppelhäuser zu schaffen, wird in Thönse gerade der frühere "Künstlerhof" dem Erdboden gleich gemacht. Das beliebte Frühstücksbistro mit Lädchen wurde vor einigen Monaten aus persönlichen Gründen geschlossen. Die Frage, wo sie Brötchen & Co. herbekommen sollen, stellen sich jetzt auch im Nachbardorf Engensen die nicht so mobilen Menschen: Naser Bagersade hat nach 25 Jahren seinen Lebensmittelladen mit Backshop und Kiosk aufgegeben und sucht einen Nachmieter.

Eis und Schokoriegel, Zigaretten und Zeitungen, Brötchen und ein immer überschaubareres Lebensmittelsortiment bekam man bei Bagersade seit 1991 - notfalls auch durchs Kioskfenster. Den Rolladen hat der 54-Jährige zu Monatsbeginn schweren Herzens herunter gelassen. "Ich erwarte nicht, dass die Leute alles bei uns einkaufen. Aber mit ein bisschen mehr Unterstützung aus dem Dorf hätten wir uns auf den Beinen halten können", bedauert er. Seinen alten Engenser Stammkunden  bringt er weiter ins Haus, was sie telefonisch bestellen - nach Feierabend, denn seine Brötchen verdient er jetzt in einem Kiosk in Vahrenwald.

Am Hausbesitzer Jörg Stolzenberg, der die Ladenmiete schon vor Jahren gesenkt hatte, lag es nicht. Eher hätten ihm gesetzliche Vorschriften zusätzlich zum Kundenschwund das Überleben schwer gemacht, sagt Bagersade. So konnte er Käse und Wurst statt frisch schon länger nur noch als SB-Ware anbieten - "ein Teufelskreis". Gegen die Konkurrenz im Nachbardorf Wettmar zu bestehen, wo es einen neuen Edeka-Markt und einen Discounter mit langen Öffnungszeiten gibt, sei so noch schwerer geworden. Aktuell hätte er in den Warenbestand sowie Waage und Kasse investieren müssen, die nicht mehr den Vorschriften genügen. 

Ehefrau Monira Fazelian ließ nichts unversucht, um den Laden zu retten. Beim Versuch, ein Darlehen zu bekommen, holte sie sich mit ihrem Businessplan bei der Bank aber eine Abfuhr. Sogar bei der Stadtverwaltung und beim Ortsbürgermeister klopfte sie an - mit Verweis auf das Modell Fuhrberg, wo mehr als 200 Kommanditisten die Eröffnung eines neues Lebensmittelladens ermöglichten. "Wäre ein Wille da ", meint sie noch immer, "könnte es weiter gehen".

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Fotostrecke Burgwedel: Im Lebensmittelladen gehen die Lichter aus

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