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Polizeiorchester macht Mut zur Zivilcourage

Burgwedel Polizeiorchester macht Mut zur Zivilcourage

"Peter und der Wolf" war gestern. Im musikalischen Märchen, das das Polizeiorchester Niedersachsen jetzt Grundschülern in Kleinburgwedel vorgestellt hat, geht es um ein farbiges Mädchen, um Mobbing, Smartphones und Zivilcourage.

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Beim großen "Ramene"-Finale jagt ein Instrumentalsolo das nächste, wärehd die Kleinburgwedeler Kinder mitklatschen, -stampfen und -tanzen.

Quelle: Martin Lauber

Kleinburgwedel. "Namene" heißt das Stück - so wie die Zehnjährige, die wegen ihrer dunklen Hautfarbe und ihrer afrikanischen Herkunft in ihrer Klassse ausgegrenzt und bei einem Schulhofstreit sogar verletzt wird. Gegen ihren Willen werden Handyfotos gemacht, die später im Internet auftauchen. "Wenn wir in Hannover auftreten, sitzen zehn Namenes in der ersten Reihe, die genau wissen, wie sich das anfühlt", berichtet Erzähler Detlef Krenz.

Auch in Kleinburgwedel werden bei einigen der Dritt- und Viertklässler die Augen glasig, als Namene blutend auf dem Boden liegt und das 35-köpfige Orchester die Szene dramatisch unterlegt.  Zum Glück gibt es ein Happy End, weil Namene ihre Mitschüler trotzdem alle zum Geburtstag einlädt.

Es gibt viel aufzuarbeiten nach diesem emotionalen Auftakt des Namene-Workshops, mit dem das Polizeiorchester seit 2014 auf Tournee und das auf zwei Jahre fast komplett ausgebucht ist. Die Kinder rotieren zwischen drei Präventionsteams der Polizei. Eins kümmert sich um Neue Medien: Neun- und Zehnjährige sollten über das Recht am eigenen Bild Bescheid wissen, erklärt Lenz. Mindestens jeder Zweite in diesem Alter besitze ein Smartphone. Jetzt, nachdem sie alle Namenes Perspektive kennen, ist für die Grundschüler leicht begreifbar, warum ihr Bild nichts im Internet verloren hatte. Und dass man Zivilcourage zeigen muss,  wenn ein Schwächerer gedemütigt wird.

Alles auch eine Frage des Selbstbewusstseins - um dessen Stärkung geht es bei der "Body Percussion": Das Orchester legt vor, die Kinder klatschen, stampfen und trommeln rhythmisch auf den Brustkorb. Beim großen Finale in der Schulsporthalle gibt es wie bei jedem klassischen "Peter und der Wolf"-Konzert zuerst die Instrumentenkunde - samt Raterunde: "Das Goldene da ist eine Tuba." Dann geben beide Seiten richtig Gas: die Musiker in blauer Uniform mit Saxofon-, Schlagzeug- und E-Gitarrensoli, und die kleinen Tänzer mit Body Percussion.

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