Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Waldbesucher sehen blau

Fuhrberg Waldbesucher sehen blau

Das neue Kunstprojekt "Wasserstandslinie“ ergänzt ab sofort den Trinkwasser-Erlebnispfad von Enercity im Fuhrberger Wald. Besucher sehen vor allem eines – blau.

Voriger Artikel
Seilspring-Spiele statt Fernsehsessel
Nächster Artikel
Region sperrt K118 zwischen Groß- und Kleinburgwedel

Der Aussichtspunkt liefert Fotomotive.

Quelle: Frank Walter

Fuhrberg. Der Trinkwasser-Erlebnispfad beginnt am Parkplatz an der L 310 zwischen Fuhrberg und Celle. Folgt man von dort dem Waldweg, bemerkt man viele markierte Bäume – Förster legen so fest, welches Holz geschlagen werden soll. Doch wenn der Wanderer dann einmal nach links abbiegt, leuchten ihm gleich von rund 700 Bäumen blaue Striche entgegen – und sogar vom einem Jägersitz.

Der Sinn erschließt sich erst demjenigen, der ein kleines Holzpodest am Wegesrand betritt. Denn dann fügen sich die zuvor so willkürlich erschienenen Markierungen zu einem beeindruckenden Raumerlebnis zusammen: In alle Richtungen erstreckt sich, absolut in Waage, die blaue Linie als Sinnbild für den unterirdischen Oberflächenspiegel des Grundwassers. "Imposant, wunderbar, ein völlig neuer Blickwinkel“, freute sich Andreas Kalix, Leiter der Wassergewinnung bei Enercity, am Donnerstag bei der Eröffnung des Kunstprojekts.

Die "Wasserstandslinie“ ist neueste Station des acht Kilometer langen Trinkwasser-Erlebnispfads, auf dem Besucher Wald und Wasser mit allen Sinnen erforschen können. Das gesamte Grundwasservorkommen im Enercity-Gewinnungsgebiet Fuhrberger Feld wird auf rund zwei Milliarden Kubikmeter geschätzt. Etwa 90 Prozent der 43 Millionen Kubikmeter, die Enercity seinen 700.000 Kunden in der Region Hannover pro Jahr liefert – eine Menge, vergleichbar dem Inhalt des Steinhuder Meeres – stammen aus den beiden Wasserwerken Fuhrberg und Elze-Berkhof im Fuhrberger Feld.

Doch wirklich erlebbar, so Andreas Kalix, sei das riesige Vorkommen dort bislang nicht gewesen. Wenn man beispielsweise bei Führungen Schulklassen gefragt habe, wo das nächste Wasservorkommen sei, dann hätten die Schüler in die vermutete Richtung der Aller gezeigt – aber nicht nach unten, wo der Grundwasserspiegel in einer Tiefe zwischen 2,50 und vier Metern liegt.

Das soll das von der Region finanziell geförderte Projekt der LandArt-Künstler Wolfgang Buntrock und Frank Nordiek nun ändern. Diese hatten in nächtelanger Arbeit mit Hilfe eines Lasers die exakten Blickhöhen an den Bäumen markiert, Forstmitarbeiter die Flächen dann blau eingefärbt. Für die Waldarbeiter, die an heißen Tagen mit Atemmasken versehen rund 700 Bäume anpinseln mussten, eine ungeliebte Aufgabe: "Man mag‘s irgendwann nicht mehr sehen“, kommentierte am Donnerstag einer der Arbeiter.

doc6re1dsl310nwacax6l5

Fotostrecke Burgwedel: Waldbesucher sehen blau

Zur Bildergalerie

Von Frank Walter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6slqn371eautd2w7l5i
Zurück aus der Hölle des Flüchtlingslagers

Fotostrecke Burgwedel: Zurück aus der Hölle des Flüchtlingslagers