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Nicht ohne die Pausenglocke

Großburgwedel Nicht ohne die Pausenglocke

27 ehemalige Schüler des Jahrgangs 1944 kommen zum Klassentreffen nach Großburgwedel und schwelgen in Erinnerungen.

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Elsa Dobel fotografiert 68 Jahre nach dem ersten Klassenfoto 26 ihrer Mitschüler von damals vor derselben Schultür.

Quelle: Hartung

Burgwedel. Da mussten die Enkel von Eckhard Eichstädt einfach durch: Ihr Opa verließ den gemeinsamen Ostsee-Urlaub am Lenster Strand einfach einen Tag früher als geplant. Obwohl mittlerweile Hannoveraner, hatte er einen guten Grund: das Treffen mit seiner ehemaligen Grundschulklasse in Großburgwedel.

27 Personen waren am Sonnabend da. „Wir waren damals 55 Schüler. Nicht alle konnte ich ausfindig machen, einige sind auch schon verstorben“, sagt Elsa Dobel. Die Großburgwedelerin hatte das Treffen organisiert: „Wir sind fast alle 77 Jahre alt. Und es ist jetzt unser 13. Klassentreffen.“

Erstmals fand das Wiedersehen des Jahrgangs, der im Kriegsjahr 1944 in der damaligen Volksschule gemeinsam die erste Klasse besuchte, im Jahr 1982 statt. „Da war sogar noch unsere frühere Klassenlehrerin Gerda Keßling dabei“, erinnert sich Dobel.

Eine besondere, weil akustische Erinnerung an die Schulzeit ist bei jedem Treffen die alte Schulglocke. Karl Hartung hütet sie wie einen kleinen Schatz. „Ich bin hier zur Schule gegangen, war später 18 Jahre lang Schulhausmeister“, sagt er - und läutet wie zum Beweis mit der Glocke. Das Geräusch kennt jeder noch. „Oh, Pause zu Ende?“, ruft jemand aus der Gruppe, und alle lachen. Manche Anekdote von früher erzählen sich die Rentner beim gemeinsamen Kaffeetrinken, dann geht es zum Gruppenbild vor dem Eingang ihrer alten Schule und später ganz entspannt durch die Ortschaft.

Auch dabei ist Eva Aichner, Mädchenname Zimmetatis, die seit 50 Jahren in Brixen (Südtirol) lebt. „Diese Klassentreffen sind Pflicht. Ich verbinde sie immer mit einem Besuch bei meiner Schwester“, sagt sie.

Südtirol, Heidelberg, Lenster Strand, Hannover und Burgwedel - die Teilnehmer kamen aus allen Himmelsrichtungen zum Klassentreffen. Davon wird Eckhard Eichstädt seinen Enkeln vorschwärmen. „Die haben schon Witze gemacht. Kaum ist Opa weg, wird an der Ostsee das Wetter besser.“

Von Stephan Hartung

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