Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Notärztinlöst selbst Einsatz aus

Großburgwedel Notärztinlöst selbst Einsatz aus

Sonst eilt sie als Notärztin zu Unfallorten und hilft den Verletzten. Bei dem schweren Verkehrsunfall am 8. Juli 2015 an der Würmsee-Kreuzung war eine 35-Jährige allerdings selbst die Verursacherin. Jetzt wurde der Unfall vor dem Amtsgericht verhandelt.

Voriger Artikel
Tagescafé zieht in Räume der ehemaligen Schateke
Nächster Artikel
Schmalstieg spricht im Treff

Nach dem Unfall hat der VW Tiguan nur noch Schrottwert.Archiv

Quelle: Picasa

Burgwedel. Selbst helfen konnte die Notärztin aus dem Landkreis Celle beim Unfall nahe Kleinburgwedel nicht: Ihr VW Tiguan, mit dem sie am Frühabend aus Kleinburgwedel kommend einen vorfahrtberechtigten Citroen Berlingo gerammt hatte, hatte sich mehrfach überschlagen und war auf der Seite liegend zum Stillstand gekommen. „Die Türen waren verklemmt, ich kam nicht raus“, schilderte sie gestern die Situation. Der 48 Jahre alte Beifahrer im Citroen hatte bei dem Aufprall der Fahrzeuge eine Prellung des Brustkorbs erlitten, drei Wochen lang litt er unter Schmerzen. Weil zunächst von noch schwereren Verletzungen auszugehen war, hatte die Rettungsleitstelle sogar einen Notarzt per Hubschrauber zum Unfallort geschickt.

Angeklagt wegen fahrlässiger Körperverletzung, schilderte die 35-Jährige gestern vor dem Amtsgericht, dass sie sich bis heute nicht erklären könne, was damals der Grund für den Unfall war. Lag es an einer Baumgruppe, die ihre Sicht auf den Citroen mit Fahrtrichtung Celle behinderte? „Ich habe das andere Fahrzeug einfach nicht gesehen.“ Ihr Strafverteidiger sprach - auch vor dem Hintergrund, dass seine Mandantin bisher nicht einmal einen Blechschaden verursacht hatte - von einem „Augenblicksversagen“.

Dieser Einschätzung folgten auch die Staatsanwältin und der Richter. Gott sei dank sei niemand dauerhaft geschädigt worden, meinte Amtsrichter Michael Siebrecht. „Man kann froh sein, dass es noch so glimpflich abging.“ Letztlich stellte er das Verfahren gegen Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 1500 Euro an die Kindernothilfe ein. Die Notärztin kann so weiter unbestraft durchs Leben fahren - und Unfallopfern helfen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten