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Nutria schwimmt im Gartenteich

Burgwedel/Isernhagen Nutria schwimmt im Gartenteich

Was schwimmt denn da? Eine Nutria! Ein Wettmarer hat nicht schlecht gestaunt ob des ungewohnten Gastes in seinem Gartenteich. Jäger haben mit der Biberratte (noch) weniger Probleme als mit anderen Neuankömmlingen.

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Diese halbwüchsige Nutria hat sich in einen Wettmarer Gartenteich verirrt.

Quelle: privat

Burgwedel/Isernhagen. "Wie jeden Morgen habe ich meine Runde durch den Garten gemacht, und dann schwamm da dieses Tier im Gartenteich“, schildert der Wettmarer Reinhold Grüne seine Überraschung bei der ersten Begegnung mit einer jungen Nutria. Die Biberratte habe in aller Seelenruhe weiter Blätter gefressen und sich erst gar nicht stören lassen. Allein aus dem Teich heraus kam die Nutria allerdings nicht, rutsche immer wieder an der glatten Teichfolie ab. Erst als er ein Brett als Ausstiegshilfe hineingelegt habe, sei das Nagetier herausgeklettert, erzählt Grüne. Von einer Wiese habe es sich noch einen Apfel geschnappt und sei dann in Richtung Ortsmitte davon spaziert. "Jetzt kann es weitere Einwohner in Wettmar erschrecken.“

Die ursprünglich aus Südamerika stammende Nutria gilt in Deutschland als Neozon, als Art, die sich in einem Gebiet etabliert hat, in dem sie zuvor nicht heimisch war. In Niedersachsen fallen die auch Sumpfbiber genannten Nutria zwar unter das Jagdrecht. Doch bislang taucht diese Art auf den Abschusslisten der Hegeringe Burgwedel und Isernhagen nicht auf, wie der Fuhrberger Walter Heuer und sein Isernhagener Amtskollege Detlef Pausch übereinstimmend berichten. Heuer weiß allerdings um zunehmende Probleme mit Nutria im Raum Celle, denn als Bauten dienen ihnen selbst gegrabene Erdhöhlen im Uferbereich. "Sie können Ufer zerstören, Teile von Äckern können einbrechen. Bei Wasser- und Bodenverbänden seien die Biberratten deshalb weniger beliebt, "und wir sind vorgewarnt“. Das weiß auch Pausch zu berichten, der zudem auf die Wehrhaftigkeit der erwachsen bis zu neun Kilogramm schweren Tiere hinweist: "Wenn Hunde eine Nutria bedrängen, können diese böse Wunden schlagen.“

Mehr als die Nutria bereiten den Jägern in Burgwedel und Isernhagen aber zwei andere Neozoen Sorgen: Waschbären und Marderhunde. "Die fressen alles, auch Niederwild und Bodenbrüter, für die es viele Schutzprogramm gibt“, sagt der Isernhagener Hegeringleiter. Marderhunde fänden sich seit einigen Jahren mit steigender Tendenz ständig auf den Abschusslisten, bei Waschbären seien es noch einzelne Abschüsse. Auch sein Burgwedeler Kollege Walter Heuer spricht von großen Problemen und einer schleichenden Zunahme.

Von Frank Walter

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