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Naturnaher Klärteich steht auf der Kippe

Burgwedel Naturnaher Klärteich steht auf der Kippe

250 000 Euro sind viel Geld – trotzdem war der Haushaltsposten bei den Etatberatungen nicht weiter diskutiert worden. Die Viertelmillion wurde für eine Abwasser-Druckrohrleitung von Oldhorst zur Pumpstation in Thönse veranschlagt, um die alteTeichkläranlage am stilllegen zu können.

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Ein kleines Absetzbecken und zwei Teiche – mehr braucht es bisher nicht, um die Abwässer von 134 Oldhorstern zu reinigen.

Quelle: Martin Lauber

Oldhorst. Aber noch sucht Oliver Götze nach Alternativen zu einer solch hohen Investition. Früher einmal wurde die Oldhorster Lösung, die sich durch niedrige Betriebskosten auszeichnet, als besonders naturnah gepriesen: In einem von Sträuchern und Bäumen eingerahmten Absetzbecken und zwei nachgeschaltete Teiche am verlängerten Herrendamm werden die Abwässer der 134 Oldhorster Einwohner durch die Selbstreinigungskräfte des Wassers mithilfe der Wurzeln des Schilfbewuchses weitgehend geklärt.

Regelmäßig wird das Absetzbecken ausgebaggert, wöchentlich ziehen Mitarbeiter der Zentralkläranlage Proben. Die Phosphat- und Stickstoffwerte lägen im gesetzlichen Limit – meistens jedenfalls, sagt Götze. Große Ausreißer nach oben gebe es nicht.

Teichkläranlagen haben eine relativ hohe Prozessstabilität, eine sehr hohe Betriebssicherheit und geringen Wartungsaufwand, heißt es im Internetportal Wasserwissen. Trotzdem: Beim Wechsel von Warm- zu Kaltwetter und umgekehrt, oder wenn im Winter die Teiche zufrieren, leide die Reinigungsleistung der Oldhorster Anlage, berichtet Götze. Die Mittel, technisch gezielt gegenzusteuern wie in der zentralen Großburgwedeler Kläranlage, seien begrenzt. Mal werde das Eis aufgehackt, mal eine Belüftungspumpe angeworfen, um Sauerstoff ins Wasser zu bringen. Für eine Verlängerung der wasserrechtlichen Genehmigung, das habe die Untere Wasserbehörde der Region Hannover deutlich gemacht, sei dies kein Dauerzustand, sprich: „Wir müssen etwas machen.“

Eine Druckrohrleitung nach Thönse – von dort würde das Oldhorster Wasser dann weiter nach Großburgwedel gepumpt – wäre die teuerste Lösung. Dafür müsste auch vor Ort ein Pumpwerk gebaut und die Landesstraße gekreuzt werden. Dafür hat der Bauamtsleiter die Viertelmillion im Haushalt angemeldet und vom Rat genehmigt bekommen. Angesichts des minimalen Effekts, die Qualität so geringer Abwassermengen geringfügig zu verbessern, fragt sich Götze: „Schießen wir da nicht mit Kanonen auf Spatzen?“ Allemal müsse die Stadt die Wirtschaftlichkeit kritisch prüfen. Einerseits würden die Gebührenzahler mit den hohen Ausgaben belastet, andererseits könne das Geld an anderer Stelle effektiver für die Abwasserreinigung eingesetzt werden.

„Man könnte die Teichkläranlage auch aufrüsten“, hofft Götze. Belüftete Abwasserteiche gelten zum Beispiel als eine interessante Variante für den ländlichen Raum. Eigene Erweiterungsflächen stehen der Stadt in dem Bereich allerdings zurzeit nicht zur Verfügung.

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