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Sänger ehren verstorbenen Freund

Großburgwedel Sänger ehren verstorbenen Freund

Der Oratorienchor Burgwedel hat am Sonntagnachmittag in St. Paulus mit seinem alljährlichen Herbstkonzert wieder viele Zuhörer begeistert.

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Der Oratorienchor Burgwedel bei seinem Konzert in St. Paulus.

Quelle: Jürgen Zimmer

Großburgwedel. Zu hören waren zwei Meisterwerke der deutschen Hochromantik: Von Felix Mendelssohn Bartholdy wurden drei Motetten vorgetragen, von dem Musiktheoretiker und Leipziger Thomas-Kantor Moritz Hauptmann dessen Messe in F-Moll.

Wie immer, wenn der beliebte Chor unter der Leitung von Martin Lüssenhop am Mennegarten auftritt, war der Andrang groß. Gegen eine freiwillige Spende gab es ein ausführliches Programmheft – dieses Mal von einer Schülerin charmant angepriesen. Auch das Überraschungsstück, das vorher nicht angekündigt worden war, fand sich darin: das Orgelwerk "Magnificat Primi Toni“ von Dietrich Buxtehude. Das barocke Kirchenwerk hat mit Romantik allerdings nichts zu tun. Lüssenhop löste in seiner Begrüßung das Rätsel auf, nachdem die Sänger in zwei Reihen in die Kirche eingezogen waren und ihre Plätze auf den Podesten hinter dem Altar eingenommen hatten. Das Orgelwerk solle zu Ehren des kürzlich verstorbenen Ulrich Meyer vorgetragen werden, dessen Frau seit vielen Jahren im Chor singe.

Zunächst aber erklangen die drei Motetten "Nunc Dimittis“, "Jubilate Deo“ und "Magnificat“. Bartholdy hatte sie 1847, im Jahr seines Todes, geschaffen. Sehr präsent und klar sang der Chor die biblischen Texte und wurde dafür von den Besuchern mit viel Applaus belohnt. Dann verließen die Sänger wieder ihre Plätze und stellten sich im hinteren Teil der Kirche auf. Lüssenhop saß derweil an der Orgel, und der Raum füllte sich mit den feierlichen Orgelklängen Buxtehudes im Wechsel mit dem Chorgesang aus der Tiefe der Kirche. Es war eine wunderbare und sehr emotionale Ehrung für einen Mann, der auch der gute Geist von St. Paulus war. "Er war mir immer ein guter Ratgeber und dem Chor ein treuer Freund“, sagte Lüssenhop.

Hauptmanns Messe beschloss einen bemerkenswerten Konzertnachmittag. Die kleine Irritation des Chors während der Messe durch eine fehlende Vorlage tat dem überzeugenden Gesamteindruck keinen Abbruch.

Von Jürgen Zimmer

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