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Oldhorst schmeißt die Wertstoffinsel raus

Burgwedel Oldhorst schmeißt die Wertstoffinsel raus

In Burgwedels kleinstem Stadtteil Oldhorst wird es künftig keine Wertstoffinsel mehr geben. Und das liegt nicht an der zu seltenen Nutzung, sondern am Wunsch des Ortsrates, der sicher ist, dass die Oldhorster sich nicht ihren Dorfplatz mit Containern vollstellen lassen möchten.

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Die Altglas- und Altpapiercontainer sollen nicht auf den Dorfplatz umziehen - also verschwinden sie ganz aus Oldhorst.

Quelle: Martin Lauber

Oldhorst. Normalerweise kämpfen vor allem kleine Dörfer um alles, was nach Zivilisation ruft. Die letzte Telefonzelle wird wie der Heilige Gral behandelt - die dürfe auf keinen Fall verschwinden. Gar nicht auszudenken, was es an Diskussionen mit sich bringt, wenn die Post überlegt, einen ihrer nie genutzten gelben Kasten für Briefe abzubauen. Da wirkte es jetzt im Burgwedeler Rat mehr als sympathisch, was der Ortsrat aus Burgwedels kleinstem Stadtteil Oldhorst zu berichten hatte.

Die nicht einmal 300 Dorfbewohner sind sich laut Ortsbürgermeister Thorsten Rieckenberg einig, wenn es um ihre Prioritätenliste geht. Hatte die Stadt den ehemaligen Löschteich auf dem Dorfplatz verfüllen lassen und damit mehr Platz für Gemeinschaftsaktionen geschaffen, wollen die Oldhorster daran jetzt auch unbedingt festhalten - und das ohne Rücksicht auf Verluste im wortwörtlichen Sinne.

Das Motto dürfte wohl heißen "Gemeinschaft vor Müll", denn den Plan der Stadt, die Wertstoffinsel auf eben jenen Bereich umziehen zu lassen, wo einst der Löschteich plätscherte und jetzt gefeiert werden könnte, stieß auf Protest. "Wir lehnen das ab, dann gibt es eben künftig keine Wertstoffinsel mehr in Oldhorst", betonte Rieckenberg im Rat. Dieser folgte einstimmig dem Wunsch aus Oldhorst.

Die Stadtverwaltung will derweil alle Container in Burgwedel auf kommunale Flächen verlegen, die nicht für den Straßenverkehr gewidmet sind, weil sie dort privatrechtlich selbst entscheiden darf, wer die Container betreibt - vor allem mit Blick auf den hart umkämpften Altkleidermarkt sei das wichtig, um Rechtssicherheit zu haben. Eine Ersatzfläche für Oldhorst gibt es nicht. Also verschwinden die Container auf Wunsch des Ortsrates jetzt ganz - die Abfallwirtschaft Region Hannover (Aha) habe mit dem Abbau keine Probleme, so die Verwaltung.

Falsch wäre aber, dass die Oldhorster lieber feiern als Müll zu sammeln: Bereits an diesem Sonnabend, 19. März, wollen alle gemeinsam beim "Großen Rausputz" das Dorf aufräumen und die Feldmark von Unrat befreien. Treffpunkt ist um 10 Uhr vor dem Feuerwehrhaus. Im Anschluss lädt der Ortsrat zu einem kleinen Imbiss ein - wo auf der geliebten Veranstaltungsfläche auch gleich der Abschied von den Wertstoffcontainern gefeiert werden kann. 

Von Carina Bahl

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