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Partybesuch endet mit Schlägen

Wedemark/Burgwedel Partybesuch endet mit Schlägen

Es war jede Menge Alkohol im Spiel, als es in der Nacht zum 1. Februar am Bahnhof Mellendorf zu einer Schlägerei unter Jugendlichen gekommen war. Einer von ihnen ist am Dienstag im Amtsgericht Burgwedel dafür verurteilt worden.

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Die Amtsrichterin verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Einig waren sich Opfer, Zeugen und Angeklagter im Gerichtssaal in zwei Dingen. Erstens: Alle hatten an dem Abend zu viel getrunken. Zweitens: Wohl beide Seiten hatten die Schlägerei provoziert.

Nach dem Besuch einer Party im Ice House in Mellendorf waren der Angeklagte und die Zeugen am 1. Februar gegen 3 Uhr auf dem Heimweg am Bahnhof aufeinandergetroffen. Der Angeklagte - „Ich habe jede Menge Wodka und Gin getrunken“ - saß auf einer Bank am Gleis, hatte sich dort bereits übergeben müssen.

„Wir haben uns über ihn lustig gemacht. Das war nicht in Ordnung, es tut mir leid“, sagte ein 18-Jähriger, der an dem Abend mit seinen Freunden den Angeklagten entdeckt hatte. Dumme Sprüche seien gefallen, und er gab zu: „Ich habe vor ihm auf den Boden gespuckt.“

„Austicken darf man trotz dieser Provokation aber nicht“, mahnte Amtsrichterin Franziska Vandrey. Aber genau das war passiert: Der heute 21-Jährige war erst auf einen 17-Jährigen losgegangen, hatte diesen gewürgt und mit dem Kopf gegen eine Glasscheibe des Wartehäuschens gedrückt. Als dessen Kumpel zu Hilfe eilte, bekam dieser vom Angeklagten einen Faustschlag ins Gesicht. Das Ergebnis: eine aufgeplatzte Lippe. „Aber es tat nicht wirklich weh“, gaben beide Opfer zu ihren Verletzungen Auskunft. „Wir waren da schon auch mit schuld.“

„Ich bin total ausgerastet“, gestand der Angeklagte am Dienstag von vornherein ein. „Ich war betrunken und habe einfach die Kontrolle verloren, als die mich angepöbelt haben. Keine Ahnung, wie ich so in Rage geraten konnte.“

Die Polizei hatte die Schlägerei letztlich beendet, ein Atemalkoholtest beim Angeklagten hatte danach mehr als 1,4 Promille ergeben.

Staatsanwaltschaft und Richterin waren sich am Ende einig: „Als dramatisch ist dieser Vorfall nicht anzusehen.“ Aber: Bei acht Einträgen im Strafregister, einer davon wegen Körperverletzung, waren sie von einem Täter-Opfer-Ausgleich samt Einstellung des Verfahrens weit entfernt. „Eine Strafe muss schon sein“, betonte Vandrey und verurteilte den Angeklagten zu 40 Tagessätzen à 20 Euro. Auf das Pluspunktekonto des jungen Mannes ging jedoch auch der „gute Eindruck“, den er laut Richterin im Prozess machte. Diesen untermauerte auch ein Brief seiner Chefin: Der 21-Jährige sei seit Juli Auszubildender in ihrer Arztpraxis - „immer freundlich und zuverlässig“.

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