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Paten lassen ihre Schützlinge nicht im Stich

Burgwedel Paten lassen ihre Schützlinge nicht im Stich

Die gute Nachricht zuerst: Fast alle Paten halten den 160 Schützlingen der Burgwedeler Brasilien-Uganda-Hilfe die Treue. Und das obwohl – das ist die schlechte Nachricht – das Schulgeld für die Kinder und Jugendlichen in diesem Jahr geradezu explodiert ist.

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Hilfe zur Selbsthilfe: In den neuen „Trade-Groups“ (Bild Mitte) unterstützen ehemaligen Patenkinder der Brasilien-Uganda-Hilfe Berufseinsteiger mit Rat und Tat.

Quelle: Heinrich

Burgwedel. Der komplette Erlös des St.-Paulus-Gemeindefestes am kommenen Sonntag in Großburgwedel soll dabei helfen, die entstandene Finanzierungslücke zu schließen.

24-jährige Erfolgsgeschichte

Vor 24 Jahren hatten sieben Mitglieder der katholischen St.-Paulus-Gemeinde den Hilfsverein ins Leben gerufen, der seitdem Kinder und Jugendliche aus von HIV betroffenen Familien in Brasilien, Kenia und Uganda in der schulischen und beruflichen Bildung unterstützt.

Mehr als 100 junge Menschen haben so bisher den Weg in die wirtschaftliche Selbstständigkeit geschafft – ein gutes Drittel von ihnen mit Uni-Abschluss. „Viele verdienen heute ihr eigenes Geld und werden in ihrer Heimat bleiben“, sagt die Vorsitzende der Brasilien-Uganda-Hilfe, Antonia Heinrich. Einige beteiligen sich aktiv an der Arbeit des Vereins – zum Beispiel in „Trade-Groups“, die unter anderem Einsteiger beim Start in IT-Berufe unterstützen.

Getragen wird die Erfolgsgeschichte von Menschen aus Burgwedel und Umgebung, die die Ausbildungskosten übernehmen. Die Großzügigkeit der zurzeit 130 Paten, die zum Teil für mehrere Kinder das Schulgeld bezahlen, ist jetzt vor eine harte Probe gestellt worden. Heinrich berichtet, dass die ugandische Regierung den privaten Schulen freigestellt habe, in welcher Höhe sie Schulgeld verlangen. Trotz Protesten hätten die Einrichtungen kräftig erhöht. Staatliche Schulen seien so unzuverlässig, dass sie trotzdem keine Alternative darstellten.

Die um bis zu 70 Prozent angehobenen Tarife bedeuten für die Paten eine enorme Mehrbelastung: Für Grundschüler ist das Schulgeld pro Jahr von 195 auf 350 Euro gestiegen, für die Mittelstufe werden 460 statt 295 Euro fällig, für die Oberstufe 550 statt 350 Euro und die Berufsschule kostet jetzt 625 statt 350 Euro. Sie habe „unglaubliche Bauchschmerzen“ gehabt, Paten diese hohen Forderungen den mitzuteilen, sagt Heinrich. Um so überwältigter war sie vom Echo: Nur fünf Personen hätten ihre Patenschaft gekündigt, allerdings 23 weitere auf eine Teilpatenschaft umgestellt.

„Wir wollen kein Kind verlieren“

Aktuell verursacht das bereits für dieses Jahr eine Finanzierungslücke von 4500 Euro. Spender, Paten und Teilpaten werden dringend gesucht. „Wir wollen kein einziges Patenkind verlieren“, sagt Petra Wulff, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates der St.-Paulus-Gemeinde, die sich stark mit der Arbeit der Brasilien-Uganda-Hilfe identifiziert. Zusätzlich zu Kollekten und Spenden soll das St.-Paulus-Fest dazu einen Beitrag leisten. Wer helfen möchte, bekommt im Internet unter www.uganda-brasilien-hilfe.de oder unter Telefon (0 51 30) 92 54 72 nähere Informationen.

St. Paulus feiert – auch, um helfen zu können

Nach der Heiligen Messe beginnt am Sonntag, 3. September, um 12 Uhr am Mennegarten in Großburgwedel das St.-Paulus-Gemeindefest. Zugleich wird das Büffet eröffnet – unter anderem sind Yamswurzel mit Groundnut-Sauce sowie Honey Beans im Angebot. Außer afrikanischen gibt’s aber auch syrische und asiatische Delikatessen – und frische Pommes Frites. Spiele und Bastelaktivitäten stehen ab 12.30 Uhr auf dem Programm, Messdiener schenken an ihrer Cocktailbar alkoholfreie Drinks aus. Ab 14 Uhr ist die Kaffee- und Kuchentafel gedeckt. Die „kreative Runde“ bietet Kunsthandwerk für den guten Zweck feil. Und das junge Gemeindemitglied Philipp Sloot stellt eigene grafische Arbeiten aus.

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