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Personal fürchtet Abstufung

Großburgwedel Personal fürchtet Abstufung

An der Fuhrberger Straße 8 gab es am Mittwoch nur ein Gesprächsthema: die öffentlich gewordenen vier Varianten für die Zukunft des Krankenhauses Großburgwedel. Die Meinung des Personals ist eindeutig: Der Erhalt des Standortes ist das Ziel - egal ob im Neu- oder Altbau.

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Das Personal in Großburgwedel protestiert nicht nur gegen die Pflegereform, sondern nach den neuesten Nachrichten spontan auch für den Erhalt des Krankenhauses mit seinen Fachabteilungen.

Quelle: Carina Bahl

Burgwedel. Die Unsicherheit, was aus dem Krankenhaus Großburgwedel wird, die mit der Debatte um die „Medizinstrategie 2020“ im vergangenen Jahr begann, erlebt seit Mittwoch einen neuen Höhepunkt. „Unsere Mitarbeiter haben Existenzängste“, beschreibt es Olaf Rebmann vom Betriebsrat. „Unsere Stationen sind rappelvoll belegt, das Team ist oft unterbesetzt, aber dennoch halten alle zusammen und leisten eine fantastische Arbeit. Aber aus allen Kanälen hört man etwas und weiß nicht, wie es weitergeht.“

Wie es weitergehen sollte, da sind sich alle in Großburgwedel einig: „Wir müssen hier bleiben. Der Standort muss für unsere Patienten bleiben. Ob in einem Neubau oder durch Sanierung spielt keine Rolle“, sagt Rebmann. „Ideal wäre eine Aufwertung, mehr Leistung und mehr Personal.“ Aber: „Das werden unsere Kollegen im Krankenhaus Lehrte auch sagen.“

Neben der Schließung, einem gemeinsamen Neubau für Großburgwedel und Lehrte - Standort ungewiss - und der Aufwertung der beiden Krankenhäuser sieht eine weitere Variante des Klinikums Region Hannover (KRH) vor, ein Portalkrankenhaus in Großburgwedel einzurichten - ohne Fachabteilungen, mit weniger Betten, weniger Experten und weniger Personal. Das sieht der Betriebsrat kritisch: „Das wäre eine komplette Abstufung“, sagt Rebmann. Das würde nicht nur die Schließung der Geburtsklinik bedeuten, sondern auch einen Qualitätsverlust: „Wir würden nur da sein, um Patienten an Kliniken im Verbund weiterzuvermitteln.“ Diese Variante sei nichts anderes als eine Schließung auf Zeit.

Der Betriebsrat selbst habe erst am Mittwoch aus der Zeitung von den Varianten erfahren, die morgen dem KRH-Aufsichtsrat und im Anschluss der Regionsversammlung vorgestellt werden sollen. „Es ist fraglich, wie offen darüber diskutiert werden kann, oder ob hinter verschlossenen Türen nicht bereits eine Entscheidung gefallen ist“, befürchtet ein Krankenhaus-mitarbeiter. Die Bewertung und die Finanzierbarkeit der einzelnen Varianten sei ja noch geheim.

Die 2014 angekündigte Schließung der Geburtsklinik - zu der es nach viel Protest aus der Bevölkerung nicht gekommen ist - hätte bereits zu Abgängen in der Gynäkologie geführt. „Es waren vor allem junge Kolleginnen mit Zeitverträgen, die gegangen sind, weil sie keine Perspektive sahen. Da hatte jeder Verständnis für“, sagt Parwin Thormann vom Betriebsrat. Auf den anderen Stationen sei es zum Glück noch nicht so weit gekommen. „Aber die Unsicherheit nagt an den Mitarbeitern.“

Das Krankenhauspersonal setzt jetzt auf die Unterstützung der Politik und der Bevölkerung: „Unsere Patienten fühlen sich wohl bei uns, und eine starke Lobby können wir jetzt gebrauchen“, sagt Rebmann. An der Qualität der Arbeit in Großburgwedel gebe es keinen Zweifel. Das sieht auch Bürgermeister Axel Düker mit Blick auf die anstehenden Beratungen so: „Der Standort Burgwedel ist exzellent und zu exklusiv für ein Portalkrankenhaus.“ Die Stadt werde sich für den Erhalt einsetzen. Sollte die Variante eines Neubaus favorisiert werden, könne die Stadt entsprechende Flächen anbieten: „Wir sind vorbereitet.“

Öffentliche Versammlung

Wer sich von der Geschäftsführung des KRH und Regionspräsident Hauke Jagau persönlich die vier Varianten für die Zukunft des Krankenhauses Großburgwedel erklären lassen möchte, hat dazu in der nächsten Woche die Gelegenheit. Am Donnerstag, 1. Oktober, beginnt um 18.30 Uhr in der Aula des Gymnasiums, Auf der Ramhorst, eine öffentliche Bürgerversammlung zum Thema. Dort werden die Besucher nach der Vorstellung des Konzeptes auch die Möglichkeit haben, vor Ort ihre Fragen an die Beteiligten zu stellen.

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