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Pestalozzi-Stiftung informiert über ihre erste UMA-Gruppe

Großburgwedel Pestalozzi-Stiftung informiert über ihre erste UMA-Gruppe

In Fachkreisen sind sie die UMAs - die unbegleiteten minderjährigen Asylbewerber, für deren Betreuung die Jugendämter landauf, landab Privatfamilien wie auch professionelle Jugendhilfeeinrichtungen suchen, diese ihrerseits das nötige Fachpersonal - und die Politik die erforderlichen Standards.

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Ratsfrau und Regionalbeauftragte Karin Beckmann (links) ist eine von sieben SGK-Vertretern, die sich bei Sven Hübner (rechts) über die UMA-Gruppe informieren.
Lauber

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Ein herausforderndes Thema also, zu dem sich die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) in der Region Hannover jetzt von der Großburgwedeler Pestalozzi-Stiftung über deren erste Erfahrungen mit jungen Flüchtlingen hat berichten lassen. Zur Delegation gehörten SPD-Mandatsträger vom Landtag bis zum Gemeinderat, mit dabei waren auch Axel Priebs, Bau- und Umweltdezernent der Region, sowie Burgwedels Bürgermeister Axel Düker.

Rund 30 junge Schutzsuchende ohne Heimat und Familienanschluss hat die Stiftung zurzeit in ihrer Obhut, zehn davon seit Jahresbeginn in einer exklusiven UMA-Gruppe unter dem Dach ihres Stammhauses, dem Wiechernhaus. „Man hat versucht, Fluchtgemeinschaften zu erhalten“, erklärte Sven Hübner, der für Erziehung und Bildung zuständige Geschäftsführer bei Pestalozzi. Der Alltag laufe eigentlich ganz gut, auch dank der Unterstützung einer Mitarbeiterin mit arabischen Sprachkenntnissen und eigenen Fluchterfahrungen. Die Sprachbarrieren würden, solange noch nicht für alle Plätze in Sprachkursen gefunden sind, teilweise mithilfe von Piktogrammen überwunden.

Vier Wochen habe es gedauert, bis die ersten der Jugendlichen in dieser Woche endlich die Berufsschule in Burgdorf oder die Oberschule in Großburgwedel besuchen können. Ein junger Flüchtling habe die Hilfe der Jugendpsychiatrie in Anspruch nehmen müssen. Ein anderer musste gehen, weil er „schon“ 18 war. „Mir macht das definitiv Sorgen“, erklärte Hübner, das Jugendhilfegesetz gelte eigentlich für Menschen bis zum 27. Lebensjahr. Doch auch schon vor den hohen Flüchtlingszahlen habe das leider kaum noch Beachtung gefunden.

Zwecks Kostenersparnis niedrigere Standards, als sie für Deutsche gelten, sind mit Hübner nicht zu machen. Weil auf dem Immobilienmarkt Goldgräberstimmung herrsche, hätten manche Kommunen schon für zu viel Geld „Schrott gekauft“ - das mache eine nachhaltige Finanzierung der Jugendhilfearbeit schwer. Den SGK-Mitgliedern gab Hübner mit auf den Weg: „Diese Jugendlichen werden hierbleiben, wir müssen sie bestmöglich auf ein eigenständiges Leben vorbereiten.“ In Jugendhilfeeinrichtungen könnten sie wirksamer unterstützt werden als in Gemeinschaftsunterkünften. „Wenn sie eines Tages Steuer- und Rentenzahler werden sollen, dann müssen wir hier investieren.“

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