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Pestalozzi stellt auch Nicht-Christen an

Burgwedel/Isernhagen/Langenhagen Pestalozzi stellt auch Nicht-Christen an

Nicht-Christen konnten sich eine Bewerbung bei der Burgwedeler Pestalozzi-Stiftung bisher sparen. Doch seit Jahresbeginn werden Ausnahmen gemacht - beim Personal, das unbegleitete jugendliche Flüchtlinge betreut. Davon hat die Stiftung zurzeit 32 in Obhut - mit stark steigender Tendenz.

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Nicht-Christen konnten sich eine Bewerbung bei der Burgwedeler Pestalozzi-Stiftung bisher sparen.

Quelle: dpa/Symbolbild

Burgwedel. Wie bei fast allen kirchlichen und diakonischen Arbeitgebern im Bereich der Landeskirche Hannover gilt auch bei Pestalozzi die sogenannte ACK-Klausel. Das Kürzel steht für die Angehörigkeit zu einer christlichen Kirche als Einstellungskriterium. Dass Vorstand und Mitarbeitervertretung der Stiftung nun partiell davon abweichen werden, dafür sei nicht in erster Linie ausschlaggebend, dass Fachpersonal immer schwerer zu rekrutieren ist, erklärt Sven Hübner, Geschäftsführer Erziehung und Bildung.

Die Stiftung kümmert sich zurzeit um 32 junge Asylbewerber ohne Familienanschluss. Elf sind seit dem 4. Januar im Wiechernhaus und weitere zehn seit einem halben Jahr in verschiedenen Wohngruppen in Burgwedel untergebracht. Zwölf junge Flüchtlinge hat Pestalozzi darüber hinaus in seinem Evangelischen Kinderheim in Celle in Obhut, weitere Gruppen sind in Langenhagen und Kirchhorst-Stelle in Planung. Vor diesem Hintergrund habe es „schwerwiegende inhaltliche Gründe“ gegeben, sich mit der ACK-Klausel auseinanderzusetzen, berichtet Hübner.

Benötigt würden für die neue Klientel Betreuer, die das Know-how über deren kulturellen Hintergrund haben und möglichst über eigene Fluchterfahrungen verfügen, die dolmetschen können und auch in der Lage sind, über gesellschaftliche Vorgänge wie die sexuellen Übergriffe in Köln zu diskutieren. „Wenn wir auf diese Leute verzichten, wäre das keine richtige Flüchtlingsarbeit“, so der Konsens zwischen Leitung und Personalvertretung der Stiftung. Insbesondere in der Jugendhilfe müsse Integration vom ersten Tag an beginnen.

Den ersten Vertrag mit einer nicht-christlichen Mitarbeiterin hat die Stiftung mit einer aus Syrien stammenden Burgwedelerin geschlossen, die in ihrer alten Heimat Lehrerin war, im Pestalozzi-Seminar berufsbegleitend eine Erzieherausbildung absolviert und sich seit Jahren in der interkulturellen Arbeit in Großburgwedel engagiert - aus Hübners Sicht eine Idealbesetzung. Die neue Offenheit eröffne dem muslimischen Erziehernachwuchs insgesamt neue berufliche Perspektiven.

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