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Petition wird vorzeitig beendet

Engensen Petition wird vorzeitig beendet

Weil sie rechtsradikalen Trittbrettfahrern kein Forum bieten soll, endet die Online-Petition „Keine Unterbringung von Flüchtlingen auf dem Kita-Gelände in Engensen“ nun vorzeitig.

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Der Weg in die Mehrzweckhalle, die auf der Rückseite des Kita-Gebäudes liegt, führt durch dieses Holztörchen. Für die Kita-Kinder gibt es ein weiteres Tor.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Mehr als 940-mal ist der Vorstoß im Internet bisher unterschrieben worden. Die zahlreichen „nicht öffentlichen“ Unterzeichner seien nicht anonym, sondern namentlich bekannt, betonen die Initiatorinnen Manuela Görlitz und Freya Kalmbach am Sonntag. Im Gros der Kommentare werden deren Bedenken wegen mutmaßlicher gesundheitlicher Risiken für die ein- bis sechsjährigen Krippen- und Kita-Kinder geteilt.

In den vergangenen Tagen hatten sich aber auch mehr und mehr Fremdenfeinde und Rechtsradikale aus vielen Teilen der Republik der offenen Petition im Netz angeschlossen. Der extremste Online-Kommentar stammt vom 26. November aus Halle (Sachsen-Anhalt): „Kleinkinder den rabiaten Mohamedanern vorwerfen geht gar nicht ...“

„Zu keinem Zeitpunkt sollte eine Plattform für die Darstellung oder Verbreitung rassistischer Inhalte entstehen“, unterstreichen Manuela Görlitz und Freya Kalmbach. Sie verweisen auf eine Passage im Text ihrer Petition, die die NHZ schon am Sonnabend zitiert hatte: „Es geht hier NICHT gegen Flüchtlinge, sondern um das Wohl unserer Kinder!“, heißt es dort. Weiter war quasi vorbeugend formuliert worden: „Das ist kein Aufruf zu rechter Gewalt, und wir verbitten uns die Verbreitung von fremdenfeindlichen Inhalten und distanzieren uns davon.“

Hintergrund des Vorstoßes der beiden Mütter sind, wie berichtet, Überlegungen der Stadt Burgwedel, für den Fall eines Engpasses in vier öffentlichen Gebäuden vorübergehend Asylbewerber unterzubringen - unter anderem eben auch in der kleinen Mehrzweckhalle Engensen, die auf dem Kita-Gelände liegt. Hier sollten im Notfall 40 Hilfesuchende für eine gewisse Zeit Obdach bekommen.

An ihrer Forderung, dass die Stadt Burgwedel eine Alternative zur Engenser Mehrzweckhalle suchen soll, halten Manuela Görlitz und Freya Kalmbach auch nach dem Abbruch ihrer Online-Petition fest. „Der große Zuspruch und die seriösen Kommentare“, so schrieben beide an die Redaktion, „ ... bestärken unsere Absichten“.

Über mutmaßliche Gesundheitsrisiken für die Engenser Kita- und Krippenkinder, falls Flüchtlinge in die Mehrzweckhalle einquartiert würden, gehen die Einschätzungen weit auseinander zwischen Burgwedels Stadtverwaltung und den Unterstützern der Petition. Letztere behaupten, der Schutz der Kinder gegen eine Infektion mit Tuberkulose oder andere „exotische“ Krankheiten sei nicht gewährleistet.

Laut Region Hannover hat die Zahl der an Tuberkulose Erkrankten trotz der großen Zunahme an Flüchtlingen kaum zugenommen. Gleichwohl befinde sich unter den Asylsuchenden eine höhere Anzahl Tuberkulosekranker als in der deutschen Allgemeinbevölkerung. „In diesem Jahr wurden uns rund 65 Fälle gemeldet (Tuberkulose ist eine meldepflichtige Erkrankung, die dem Gesundheitsamt gemeldet werden muss); 2014 waren es in etwa ebenso viele.“

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