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Petri: Fast alle Erzieher melden sich krank

Burgwedel Petri: Fast alle Erzieher melden sich krank

Weil sich fast das gesamte Personal der Kita St. Petri in Großburgwedel krankgemeldet hat, müssen Eltern von rund 100 Kindern die Betreuung in dieser Woche privat organisieren. Über die Gründe wird in Elternkreisen viel spekuliert.

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Bis auf eine Notgruppe ist die Kita St. Petri dicht - weil fast alle Mitarbeiter krankgeschrieben sind.

Quelle: Frank Walter

Großburgwedel. Update: Die Kita öffnet am Montag wieder.

"So etwas habe ich noch nie erlebt“: Christiane Höppner-Groth ist als pädagogische Leiterin zuständig für 15 Einrichtungen in Trägerschaft des Kirchenkreises Burgwedel-Langenhagen, aber Vergleichbares ist ihr noch nicht untergekommen. Bis auf drei seien seit Montag sämtliche Mitarbeiter der Kindertagesstätte St. Petri krankgeschrieben. "Das hat die Eltern völlig unvorbereitet getroffen, uns aber auch“, sagte sie. Insgesamt sind in der Kita 19 Mitarbeiter beschäftigt.

In der Konsequenz erfuhren Eltern, die ihre Kinder am Montagmorgen wie gewohnt in die Kita brachten, erst vor Ort, dass sie für diesen und die beiden Folgetage selbst eine Betreuung organisieren mussten. Trotz der kurzen Kita-Woche – morgen ist Feiertag, am Freitag sollte die Einrichtung wegen des Brückentages ohnehin geschlossen bleiben – stellt das Eltern vor Herausforderungen: Mancher musste seinen Chef spontan um Urlaub bitten, bei anderen springen die Großeltern ein. Für Härtefälle wurde für die älteren Kinder eine Notbetreuung mit 20 Plätzen eingerichtet, von denen gestern allerdings nur rund ein Dutzend belegt war. Für Krippenkinder gab es hingegen gar keine Betreuung in der Kita.

Über die Gründe für die Krankheitswelle mag Höppner-Groth nicht spekulieren: "Wir haben Krankschreibungen nicht zu bewerten.“ Wer mit Eltern und Erziehern spricht, hört hinter vorgehaltener Hand aber immer wieder, dass es um das Betriebsklima in der Kita St. Petri nicht zum Besten bestellt sei. Bereits seit Monaten schwele ein Streit, die Stimmung sei schlecht, der Krankenstand hoch, berichteten mehrere Eltern übereinstimmend. "Wir können nicht glauben, dass jetzt alle krank im Bett liegen“, sagt eine Mutter. Auf Nachfrage bestätigte Höppner-Groth einen "Konflikt im Team, eine ganz unschöne Situation“. Alle Mitarbeiter in den Kitas des Kirchenkreises stünden unter hoher Belastung. "Wir versuchen jetzt, eine gute Lösung zu finden.“

"Die Eltern sind sehr besorgt, wir mussten aber auch viel Wut abfedern“, berichtete Elternvertreterin Veronika Feldheim von vielen Gesprächen. Wie andere Väter und Mütter auch bemängelte sie gestern, dass das Kirchenkreisamt als Träger bislang zu wenig informiert habe. "Wir Elternvertreter hängen auch völlig in der Luft. Uns wird nichts gesagt, außer, dass das Personal erkrankt sei.“

Vor allem vermissen Eltern eine Aussage, ob die Kita nächste Woche wieder regulär den Betrieb aufnimmt. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Versorgung wieder hinzukriegen“, sagte Höppner-Groth. Im Moment gehe sie von einem weitgehend normalen Betrieb in der nächsten Woche aus. Nach Möglichkeit sollen die Eltern am Mittwoch darüber informiert werden.

Von Frank Walter

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